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WissenFolsäure

Folsäure

Folsäure (Vitamin B9) ist ein wasserlösliches B-Vitamin und einer der wichtigsten Mikronährstoffe für Zellteilung, Blutbildung und gesunde Entwicklung in der Schwangerschaft. Der Begriff Folsäure (lateinisch folium für Blatt) wurde 1941 geprägt, als das Vitamin erstmals aus Spinatblättern isoliert wurde. Folsäure trägt zu einer normalen Blutbildung bei, zur normalen Zellteilung, zur normalen Aminosäuren-Synthese, zum normalen Homocystein-Stoffwechsel, zu einer normalen Funktion des Immunsystems, zu einer normalen psychischen Funktion und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung. Eine besondere Aussage ist die Wirkung in der Schwangerschaft: Folsäure trägt zu einem normalen Wachstum des ungeborenen Kindes bei. Aus diesem Grund empfehlen die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und die WHO allen Frauen mit Kinderwunsch und in den ersten Schwangerschaftsmonaten eine zusätzliche Folsäure-Supplementierung mit 400 Mikrogramm pro Tag zur Reduktion des Neuralrohrdefekt-Risikos beim Embryo. In Deutschland ist die durchschnittliche Folsäure-Versorgung der Bevölkerung nach Daten der Nationalen Verzehrsstudie II unzureichend, viele Erwachsene erreichen nicht die DGE-Empfehlung von 300 Mikrogramm pro Tag. Pflanzliche Folat-reiche Lebensmittel wie grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Rote Bete sind eine wichtige Ernährungs-Säule. Greenic Bio Rote Bete Pulver gehört zu den dichtesten pflanzlichen Folat-Quellen und liefert pro 7-Gramm-Portion 32,55 Mikrogramm Folsäure (16 Prozent der Referenzmenge).

Herkunft & Botanik

Folsäure gehört zur Gruppe der B-Vitamine und trägt die Vitamin-Bezeichnung B9. Sie wurde 1941 von Mitchell, Snell und Williams aus Spinatblättern isoliert und nach dem lateinischen Wort folium (Blatt) benannt. Heute ist Folsäure einer der am intensivsten untersuchten Mikronährstoffe der westlichen Medizin, vor allem wegen ihrer zentralen Bedeutung in der pränatalen Versorgung.

Folat und Folsäure: ein wichtiger Unterschied

Im Sprachgebrauch werden die Begriffe Folat und Folsäure oft synonym verwendet, sie bezeichnen aber unterschiedliche chemische Formen.

Folat: Die natürliche Form in Lebensmitteln. Ein Sammelbegriff für eine Gruppe verwandter Verbindungen, die alle ähnliche Funktionen erfüllen. Wichtige natürliche Folate sind 5-Methyltetrahydrofolat (5-MTHF), Tetrahydrofolat, Dihydrofolat und 10-Formyltetrahydrofolat. Diese natürlichen Folate kommen in grünem Blattgemüse, Hülsenfrüchten, Leber, Eiern, Vollkornprodukten und einigen Obstsorten vor.
Folsäure: Die synthetische Form, die in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln verwendet wird. Folsäure ist im chemischen Sinne kein natürliches Folat, sondern eine vom Körper nicht direkt verwertbare Vorstufe. Sie wird in mehreren enzymatischen Schritten in den Körperzellen zur aktiven Form 5-MTHF umgewandelt. Diese Umwandlung läuft über das Enzym Methylentetrahydrofolat-Reduktase (MTHFR).

Eine dritte Form ist das direkt aktive 5-Methyltetrahydrofolat (5-MTHF), auch als L-Methylfolat oder Metafolin bekannt. Es ist die biologisch wirksame Form, die ohne weitere enzymatische Umwandlung im Körper genutzt werden kann.

Die MTHFR-Genvariante

Etwa 10 bis 30 Prozent der Bevölkerung in Mitteleuropa tragen eine Genvariante des MTHFR-Enzyms (am häufigsten die C677T-Polymorphismen), die die Umwandlung von synthetischer Folsäure zu aktivem 5-MTHF reduziert. Bei homozygoten Trägern kann die Enzymaktivität auf etwa 30 bis 40 Prozent reduziert sein. In der wissenschaftlichen Diskussion wird in solchen Fällen eine Supplementierung mit direkt aktivem 5-MTHF (Methyl-Folat) statt klassischer Folsäure diskutiert, weil sie ohne den enzymatischen Umwandlungsschritt resorbierbar ist. Eine Bestimmung des MTHFR-Status ist über genetische Tests möglich, gehört aber in die ärztliche Beratung.

Funktion im Körper

Folsäure und ihre aktiven Folate haben mehrere zentrale Funktionen im Stoffwechsel.

Zellteilung und DNA-Synthese: Folate sind essenzielle Cofaktoren bei der Synthese der DNA-Bausteine. Ohne ausreichende Folate kann die Zellteilung nicht regelrecht ablaufen. Folsäure hat eine Funktion bei der Zellteilung, eine zugelassene gesundheitsbezogene Aussage.
Bildung roter Blutkörperchen: Folate sind notwendig für die Reifung der roten Blutkörperchen im Knochenmark. Ein Mangel führt zu einer makrozytären (großzelligen) Anämie. Folsäure trägt zur normalen Bildung roter Blutkörperchen bei.
Homocystein-Stoffwechsel: Folate sind Cofaktoren der Umwandlung von Homocystein zu Methionin. Erhöhte Homocystein-Werte gelten als kardiovaskulärer Risikomarker. Folsäure trägt zum normalen Homocystein-Stoffwechsel bei.
Aminosäuren-Synthese: Folate sind Cofaktoren bei der Synthese verschiedener Aminosäuren. Folsäure trägt zur normalen Aminosäuren-Synthese bei.
Psychische Funktion: Folate sind an der Bildung von Neurotransmittern wie Serotonin und Dopamin beteiligt. Folsäure trägt zu einer normalen psychischen Funktion bei.
Embryonale Entwicklung: Folate sind in der Frühschwangerschaft zentral für die Schließung des Neuralrohrs, das sich zwischen Tag 21 und 28 nach der Befruchtung bildet. Folsäure trägt zu einem normalen Wachstum des ungeborenen Kindes bei.

Tagesbedarf

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt folgende Tagesmengen.

Erwachsene Männer und Frauen: 300 Mikrogramm Folat-Äquivalente pro Tag.
Frauen mit Kinderwunsch und in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen: 550 Mikrogramm Folat-Äquivalente pro Tag, davon mindestens 400 Mikrogramm als zusätzliche synthetische Folsäure-Supplementierung.
Schwangere ab dem zweiten Trimester: 550 Mikrogramm Folat-Äquivalente pro Tag.
Stillende Frauen: 450 Mikrogramm Folat-Äquivalente pro Tag.
Kinder und Jugendliche: 80 bis 300 Mikrogramm je nach Alter.

In Deutschland ist die durchschnittliche Folsäure-Versorgung der Bevölkerung nach Daten der Nationalen Verzehrsstudie II und der DGE unzureichend. Viele Erwachsene erreichen die Empfehlungen nicht, vor allem bei wenig Verzehr von grünem Blattgemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. Anders als in den USA gibt es in Deutschland keine flächendeckende Folsäure-Anreicherung von Mehl oder Getreideprodukten.

Folat-reiche Lebensmittel

Folate sind in zahlreichen Lebensmitteln enthalten, vor allem pflanzlichen Ursprungs.

Sehr hoch (über 100 µg pro 100 g): Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen, weiße Bohnen, Sojabohnen), Weizenkeime, Spinat, Grünkohl, Mangold, Brokkoli, Spargel, Avocado, Rote Bete, Petersilie, Rinder- und Hühnerleber.
Hoch (50 bis 100 µg pro 100 g): Vollkornprodukte (Weizen, Hafer, Roggen), Eigelb, Erdnüsse, Nüsse, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Rosenkohl, Blumenkohl, Romana-Salat, Feldsalat, Zitrusfrüchte.
Moderat (20 bis 50 µg pro 100 g): Andere Obst- und Gemüsesorten, Käse, Eier.

Eine bewusst gemüselastige, vollkornorientierte Ernährung mit täglich frischem Blattgemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten kann die DGE-Empfehlung für Nicht-Schwangere meist gut decken. In der Schwangerschaft und bei Kinderwunsch reicht eine reine Ernährungsversorgung in der Regel nicht aus, weil der Bedarf höher liegt und die Folat-Verluste bei Lagerung und Zubereitung relevant sind.

Verlust bei Lagerung und Zubereitung

Folate sind hitze-, licht- und sauerstoffempfindlich. Bei Lagerung von frischem Gemüse über mehrere Tage gehen 30 bis 70 Prozent des Folat-Gehalts verloren. Beim Kochen werden weitere 30 bis 50 Prozent zerstört, vor allem wenn das Kochwasser entsorgt wird. Praktische Empfehlungen: frisches Blattgemüse möglichst zeitnah verzehren, kurze Garzeiten mit wenig Wasser oder Dünsten bevorzugen, Rohkost-Anteile einbauen wo sinnvoll, schonende Trocknung bei niedrigen Temperaturen wie bei Bio-Pulvern in Rohkostqualität erhält Folate besser als industrielle Heißluft-Trocknung.

Wirkprofil & Inhaltsstoffe

Folsäure hat eine der breitesten EFSA-zugelassenen Aussagen-Basen aller Mikronährstoffe. Diese zugelassenen Aussagen reflektieren die vielfältigen physiologischen Funktionen, die Folate im Körper erfüllen.

Zugelassene gesundheitsbezogene Aussagen

Folsäure hat neun zugelassene Health Claims in der EU.

Folsäure trägt zu einer normalen Blutbildung bei.
Folsäure trägt zur normalen Aminosäuren-Synthese bei.
Folsäure hat eine Funktion bei der Zellteilung.
Folsäure trägt zum normalen Homocystein-Stoffwechsel bei.
Folsäure trägt zur normalen Bildung roter Blutkörperchen bei.
Folsäure trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
Folsäure trägt zu einer normalen psychischen Funktion bei.
Folsäure trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.
Folsäure trägt zu einem normalen Wachstum des ungeborenen Kindes bei.

Die letzte Aussage ist ein Schwangerschafts-spezifischer Claim, der den besonderen Status von Folsäure in der pränatalen Versorgung unterstreicht.

Folsäure in Schwangerschaft und Kinderwunsch

Die Bedeutung von Folsäure in der Schwangerschaft ist medizinisch eindeutig belegt. Zwischen Tag 21 und 28 nach der Befruchtung schließt sich das Neuralrohr des Embryos, aus dem später Gehirn und Rückenmark hervorgehen. Bei unzureichender Folat-Versorgung in dieser frühen Phase steigt das Risiko für Neuralrohrdefekte wie Spina bifida (offener Rücken) und Anenzephalie. Eine ausreichende Folat-Versorgung in den Wochen vor und in den ersten Wochen nach der Befruchtung kann das Risiko für Neuralrohrdefekte deutlich reduzieren.

Weil viele Schwangerschaften unbemerkt in den ersten Wochen verlaufen und die kritische Phase der Neuralrohrschließung oft schon vor der Diagnose der Schwangerschaft liegt, empfehlen die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, das Bundesinstitut für Risikobewertung und die WHO allen Frauen mit Kinderwunsch eine zusätzliche Folsäure-Supplementierung mit 400 Mikrogramm pro Tag spätestens vier Wochen vor der geplanten Empfängnis und bis mindestens zum Ende des ersten Schwangerschafts-Trimesters. Bei vorausgegangener Neuralrohrdefekt-Schwangerschaft oder bei bekannter MTHFR-Genvariante kann eine höhere Supplementierung oder Methyl-Folat indiziert sein, was ärztlich entschieden wird.

Eine reine Ernährungsversorgung reicht in der Schwangerschaft in der Regel nicht aus, weil der Bedarf höher liegt und die Folat-Verluste bei Lagerung und Zubereitung relevant sind. Eine zusätzliche ärztlich empfohlene Supplementierung mit Folsäure-Präparaten aus der Apotheke oder dem Drogerie-Markt ist Standard. Bio Rote Bete Pulver, grünes Blattgemüse und Hülsenfrüchte sind in dieser Phase ergänzende Bio-Quellen, ersetzen aber nicht die ärztlich empfohlene Folsäure-Tablette.

Folsäure-Mangel: Symptome und Diagnostik

Ein Folsäure-Mangel entwickelt sich typischerweise über Monate, weil der Körper Folat-Speicher von etwa 5 bis 20 Milligramm hat. Bei reduzierter Zufuhr werden zunächst die Speicher entleert, bevor klinische Symptome auftreten.

Häufige Symptome eines Folsäure-Mangels umfassen Müdigkeit und Erschöpfung, Blässe der Haut und Schleimhäute, Konzentrationsprobleme und Vergesslichkeit, depressive Verstimmungen und Reizbarkeit, Zungenentzündungen mit glatter, geröteter Zunge, Mundwinkelrhagaden, Schlafstörungen, Schwindel, in fortgeschrittenen Fällen makrozytäre Anämie mit großen, unreifen roten Blutkörperchen.

Diagnostisch wird der Folsäure-Status über das Blut bestimmt. Der Serum-Folat-Wert zeigt die akute Versorgung, der Erythrozyten-Folat-Wert die längerfristige Versorgung über die letzten Wochen. Bei Mangelverdacht wird oft auch Vitamin B12 mitbestimmt, weil ein B12-Mangel ähnliche makrozytäre Anämien verursacht und beide Vitamine sich physiologisch ergänzen. Erhöhte Homocystein-Werte können ein indirekter Hinweis auf Folat- oder B12-Mangel sein.

Folsäure und Eisenmangel: die wichtige Differenzierung

Eisenmangel und Folsäure-Mangel können beide Anämie verursachen, mit unterschiedlichem Blutbild. Bei Eisenmangel sind die roten Blutkörperchen klein und blass (mikrozytäre, hypochrome Anämie). Bei Folsäure- oder B12-Mangel sind die roten Blutkörperchen groß und unreif (makrozytäre, hyperchrome Anämie). Beide Mängel können auch gleichzeitig auftreten, was die Diagnostik komplexer macht. Bei Verdacht auf Anämie ist eine ärztliche Abklärung mit kompletten Blutwerten (Ferritin, Folat, Vitamin B12, Hämoglobin, MCV) sinnvoll. Detaillierte Informationen im Glossar-Eintrag Eisenmangel.

Folsäure und psychische Funktion

Folsäure trägt zu einer normalen psychischen Funktion bei. Folate sind an der Synthese der Neurotransmitter Serotonin, Dopamin und Noradrenalin beteiligt, die in der Stimmungsregulation eine zentrale Rolle spielen. Studien deuten auf Zusammenhänge zwischen Folsäure-Versorgung und depressiven Beschwerden hin, vor allem bei Personen mit nachgewiesenem Folsäure-Mangel. In der psychiatrischen Praxis wird die Folsäure-Versorgung bei depressiven Erkrankungen mitberücksichtigt, vor allem bei MTHFR-Trägern. Wichtige Einordnung: Folsäure ist kein Antidepressivum und ersetzt keine fachärztliche Behandlung bei depressiven Erkrankungen, aber eine ausreichende Folat-Versorgung ist eine begleitende Säule.

Der Folsäure-Gewichtsabnahme-Mythos


Im Internet kursiert die Vorstellung, Folsäure-Supplementierung könne beim Abnehmen helfen. Diese Behauptung hat keine wissenschaftliche Grundlage. Folsäure ist ein Coenzym im Aminosäure- und Nukleinsäure-Stoffwechsel, hat aber keinen nachgewiesenen Effekt auf den Energieumsatz, die Fettverbrennung oder das Sättigungsgefühl. Die in einigen Werbeaussagen unterstellte Verbindung zwischen Folsäure und Gewichtsabnahme ist nicht durch klinische Studien gestützt. Wer abnehmen möchte, profitiert von einer Kombination aus moderatem Kaloriendefizit, regelmäßiger Bewegung, ausreichend Protein, Ballaststoffen und einer ausgewogenen Mikronährstoff-Versorgung. Folsäure spielt darin eine Rolle als Bestandteil der allgemeinen Mikronährstoff-Versorgung, nicht als Abnehm-Wirkstoff.

Folsäure-Überdosierung und Sicherheit

Folsäure ist wasserlöslich und überschüssige Mengen werden grundsätzlich über die Nieren ausgeschieden. Bei sehr hohen Dosierungen können dennoch problematische Effekte auftreten. Die EFSA hat den tolerierbaren oberen Aufnahmewert (UL, Tolerable Upper Intake Level) für synthetische Folsäure auf 1.000 Mikrogramm pro Tag festgelegt. Über diese Menge können folgende Risiken auftreten.

Maskierung eines Vitamin-B12-Mangels: Hohe Folsäure-Dosen können die makrozytäre Anämie eines B12-Mangels normalisieren, ohne die neurologischen Schäden des B12-Mangels zu beeinflussen. Diese können dann unbemerkt voranschreiten. Vor einer hochdosierten Folsäure-Supplementierung sollte daher ein B12-Mangel ausgeschlossen sein, vor allem im höheren Lebensalter und bei vegan-vegetarischer Ernährung.
Diskutierte Effekte auf bestimmte Krebsarten: In einigen Beobachtungsstudien wurden Zusammenhänge zwischen sehr hoher Folsäure-Aufnahme und einem leicht erhöhten Risiko für bestimmte Krebsarten (Darmkrebs in fortgeschrittenem Stadium, Prostatakrebs) diskutiert. Die Datenlage ist nicht eindeutig.
Allergische Reaktionen: In sehr seltenen Fällen Hautausschlag, Juckreiz oder Atemwegssymptome.

Folat aus natürlichen Lebensmittel-Quellen (Folat statt synthetischer Folsäure) ist diesen Risiken nicht in derselben Weise unterworfen, weil natürliche Folate vom Körper anders reguliert und schneller verwertet werden.

Anwendung

Die Versorgung mit Folsäure und natürlichen Folaten erfolgt über drei sich ergänzende Säulen: bewusste Ernährung mit folat-reichen Lebensmitteln, gegebenenfalls ärztlich empfohlene Supplementierung und Vermeidung von Folat-Verlusten bei Lagerung und Zubereitung.

Tagesmengen im praktischen Alltag

Die DGE-Empfehlung liegt für erwachsene Männer und Frauen bei 300 Mikrogramm Folat-Äquivalente pro Tag. Das entspricht zum Beispiel folgenden Lebensmittel-Mengen, einzeln gerechnet ohne Verluste.

Eine Hand voll gekochte Linsen (etwa 100 Gramm): 60 bis 80 Mikrogramm.
Eine Portion Spinat (150 Gramm gegart): 110 bis 130 Mikrogramm.
Eine halbe Avocado: 80 Mikrogramm.
Zwei Scheiben Vollkornbrot: 30 bis 40 Mikrogramm.
Ein Salat aus Feldsalat oder Romana (100 Gramm): 50 bis 80 Mikrogramm.
Eine Tagesportion Rote Bete Pulver (7 Gramm): 32,55 Mikrogramm (16 Prozent der Referenzmenge).
Eine Handvoll Kürbiskerne oder Sonnenblumenkerne (30 Gramm): 18 bis 25 Mikrogramm.

Eine ausgewogene Tagesmischung mit täglich frischem Blattgemüse, einer Portion Hülsenfrüchte, Vollkornprodukten und gegebenenfalls einer pflanzlichen Bio-Quelle wie Rote Bete Pulver erreicht die DGE-Empfehlung gut. In der Schwangerschaft mit höherem Bedarf reicht die reine Ernährung in der Regel nicht aus, eine ärztlich empfohlene Folsäure-Supplementierung ist Standard.

Folsäure-Supplementierung bei Kinderwunsch und Schwangerschaft

Für Frauen mit Kinderwunsch und in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen ist eine zusätzliche Folsäure-Supplementierung mit 400 Mikrogramm pro Tag der medizinische Standard. Praktische Empfehlungen:

Beginn vor der Empfängnis
: Die ärztlichen Empfehlungen plädieren für einen Beginn der Folsäure-Supplementierung spätestens vier Wochen vor der geplanten Schwangerschaft, idealerweise sobald der Kinderwunsch besteht. Der Hintergrund: Die kritische Phase der Neuralrohrschließung liegt zwischen Tag 21 und 28 nach Befruchtung, also oft vor der Diagnose der Schwangerschaft.
Dauer: Mindestens bis zum Ende des ersten Trimesters (12. Schwangerschaftswoche). Viele Gynäkologinnen empfehlen eine Fortführung über die gesamte Schwangerschaft mit einer angepassten Dosis.
Form: Klassische Folsäure-Präparate aus Apotheke oder Drogerie-Markt mit 400 oder 800 Mikrogramm pro Tablette. Bei nachgewiesener oder vermuteter MTHFR-Genvariante wird in der ärztlichen Diskussion teilweise Methyl-Folat (5-MTHF, L-Methylfolat) bevorzugt.
Höhere Dosen: Bei vorausgegangener Neuralrohrdefekt-Schwangerschaft, bei bestimmten Vorerkrankungen oder bei Einnahme bestimmter Medikamente (zum Beispiel Antiepileptika) wird eine höhere Folsäure-Dosis (4 bis 5 Milligramm pro Tag) ärztlich verordnet.

Wichtig: Greenic bietet kein dediziertes Folsäure-Supplement für die Schwangerschaft an. Die ärztlich empfohlene Folsäure-Supplementierung erfolgt über klassische Präparate aus der Apotheke (Folio, Femibion, Elevit und andere) oder aus dem Drogerie-Markt (DM, Rossmann). Bio Rote Bete Pulver, grünes Blattgemüse und Hülsenfrüchte sind in dieser Phase ergänzende Bio-Quellen für die alltägliche Folat-Versorgung, kein Ersatz für die ärztlich empfohlene Tablette.

Folsäure-bewusste Ernährung im Alltag

Eine folat-bewusste Ernährung kombiniert mehrere Säulen.

Täglich grünes Blattgemüse: Feldsalat, Romana, Rucola, Mangold, Spinat, Endivien oder Postelein. Idealerweise als Rohkost-Salat oder kurz gedünstet, weil Folate hitzeempfindlich sind.
Regelmäßig Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, weiße Bohnen, schwarze Bohnen, Sojabohnen. Zwei bis drei Portionen pro Woche.
Vollkornprodukte: Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Haferflocken, Hirse, Quinoa.
Avocado: Eine halbe Avocado pro Tag deckt 25 Prozent der DGE-Empfehlung ab.
Rote Bete: Frisch oder als Bio-Pulver. Eine Portion Greenic Bio Rote Bete Pulver à 7 Gramm liefert 32,55 Mikrogramm Folsäure (16 Prozent der Referenzmenge).
Nüsse und Samen: Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Erdnüsse, Mandeln.
Schonende Zubereitung: Kurze Garzeiten, wenig Kochwasser, dünsten statt kochen, Rohkost-Anteile einbauen.

Praktische Beispiele für folsäurereiche Mahlzeiten

Frühstücks-Idee: Porridge mit Haferflocken, Bio Rote Bete Pulver, Beeren, Kürbiskernen und einer halben Banane.
Mittagessen: Linsensalat mit Spinat, Tomaten, Avocado und Sonnenblumenkernen.
Snack: Hummus auf Vollkornbrot mit Petersilie, Tomate und Gurke.
Abendessen: Quinoa-Bowl mit Brokkoli, Kichererbsen, Avocado, Rote Bete und Tahini-Dressing.

Greenic-Produkte mit Folsäure-Anteil

Bio Rote Bete Pulver: 32,55 Mikrogramm Folsäure pro 7-Gramm-Portion (16 Prozent der Referenzmenge), aus deutschem Bio-Anbau. Die dichteste pflanzliche Folat-Quelle im Greenic-Portfolio.
Zyklus Balance: Pflanzlicher B-Vitamin-Komplex aus Amla-Beere und weiteren pflanzlichen Quellen, kombiniert mit Maca, Shatavari, Frauenmantel und Curryblatt-Eisen für die zyklische Frauen-Routine.
Meno Balance: Pflanzlicher B-Vitamin-Komplex aus Amla-Beere und weiteren pflanzlichen Quellen, kombiniert mit Maca, Shatavari, Mönchspfeffer und Ashwagandha für die Wechseljahre.

Wichtige Sicherheitshinweise

Folsäure aus Lebensmitteln und in moderaten Bio-Mengen ist sehr gut verträglich. Bei Supplementierung sind einige Punkte zu beachten.

UL-Grenze 1.000 Mikrogramm synthetische Folsäure pro Tag: Diese Grenze sollte nicht überschritten werden, außer bei ärztlich verordneter Hochdosis-Therapie.
Maskierung eines Vitamin-B12-Mangels: Vor einer hochdosierten Folsäure-Supplementierung (über 1.000 µg pro Tag) sollte ein B12-Mangel ausgeschlossen sein, vor allem im höheren Lebensalter und bei vegan-vegetarischer Ernährung.
Schwangerschaft: Die ärztlich empfohlene Folsäure-Supplementierung mit 400 µg pro Tag erfolgt parallel zur normalen Ernährung. Eine zusätzliche hochdosierte Selbstmedikation ist nicht empfohlen.
Wechselwirkungen mit Medikamenten: Folsäure kann die Wirkung bestimmter Medikamente beeinflussen (Methotrexat, Antiepileptika, Sulfasalazin). Bei Einnahme dieser Medikamente ist eine ärztliche Abstimmung sinnvoll.
MTHFR-Genvariante: Bei nachgewiesener Variante kann Methyl-Folat (5-MTHF) gegenüber klassischer Folsäure bevorzugt werden, was ärztlich entschieden wird.

Worauf bei der Auswahl achten?

Bei Folsäure-Quellen und pflanzlichen Bio-Folat-Produkten gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Marktangeboten. Sechs Kriterien helfen bei der Auswahl.

Folsäure-Supplement oder natürliche Lebensmittel-Quellen


Eine zentrale Entscheidung. Synthetische Folsäure-Präparate sind die ärztlich empfohlene Form für die Schwangerschafts-Supplementierung mit klar dokumentierter Datenlage und gut definierter Dosierung von 400 oder 800 Mikrogramm pro Tablette. Natürliche Folat-Quellen aus Lebensmitteln und Bio-Pulvern liefern Folate in einer komplexen Pflanzenmatrix mit weiteren Mikronährstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Für die alltägliche Versorgung außerhalb von Schwangerschaft und Kinderwunsch sind Lebensmittel-Quellen oft ausreichend. Für die Schwangerschafts-Supplementierung ist das Folsäure-Präparat ärztlich empfohlener Standard. Beide Säulen können sich ergänzen.

Folsäure oder Methyl-Folat

Klassische Folsäure-Präparate enthalten synthetische Folsäure, die im Körper über die MTHFR-Reaktion in aktives 5-MTHF umgewandelt wird. Methyl-Folat-Präparate (5-MTHF, L-Methylfolat, Metafolin) enthalten die direkt aktive Form, die ohne den enzymatischen Schritt verwertbar ist. Bei nachgewiesener MTHFR-Genvariante (etwa 10 bis 30 Prozent der Bevölkerung) wird Methyl-Folat in der Diskussion bevorzugt. Bei der Mehrzahl der Bevölkerung ohne MTHFR-Genvariante sind beide Formen wirksam. Die Wahl gehört in die ärztliche Beratung.

Bio-Qualität bei natürlichen Folat-Quellen

Bei Bio-Pulvern mit Folat-Anteil ist die Bio-Qualität ein Sicherheitsmerkmal. Konventioneller Anbau arbeitet teilweise mit Pestiziden und mineralischen Düngemitteln, was sich auf das Sekundärstoff-Profil und die Rückstandsbelastung auswirken kann. Die Folat-Stabilität ist außerdem von der Erntequalität und der schonenden Verarbeitung abhängig. Rohkost-Qualität (Trocknung unter 42 Grad) erhält hitzeempfindliche Folate besser als industrielle Heißluft-Trocknung.

Reinheit ohne Zusatzstoffe

Hochwertige Bio-Pulver mit Folat-Anteil bestehen ausschließlich aus gemahlenen Pflanzen-Bestandteilen ohne Aromen, Süßungsmittel, Trennmittel oder Stabilisatoren. Im Markt gibt es Mischpräparate mit synthetischen Folsäure-Zusätzen, die das natürliche Pflanzen-Profil verändern. Wer Folat in der natürlichen Pflanzenmatrix möchte, wählt eine reine Bio-Pulver-Variante.

B-Vitamin-Komplex aus Pflanzen oder synthetisch

Bei Mehrkomponenten-Mischungen für Frauen wie Zyklus Balance und Meno Balance werden B-Vitamine entweder aus pflanzlichen Quellen wie Amla-Beere und Curryblatt oder als synthetische Isolate beigegeben. Pflanzliche B-Vitamin-Komplexe enthalten die Vitamine in natürlicher Pflanzenmatrix mit weiteren Cofaktoren. Synthetische Isolate haben höhere Konzentrationen pro Gramm, aber andere Bioverfügbarkeits-Profile. Für eine natürliche Bio-Mischung sind pflanzliche Komplexe konsequent.

Mengentransparenz

Hochwertige Produkte deklarieren die Folat- oder Folsäure-Menge transparent pro Portion und in Prozent der Referenzmenge. Bei einer 16-Prozent-Portion Rote Bete Pulver ist klar, dass das Produkt eine ergänzende Säule ist. Bei undurchsichtigen proprietary blends ohne Mengen-Angaben bleibt die effektive Folat-Menge unklar.

Greenic Produkte für die pflanzliche Folat-Säule im Vergleich

Bio Rote Bete Pulver: 32,55 Mikrogramm Folsäure pro 7-Gramm-Portion (16 Prozent der Referenzmenge), aus deutschem Bio-Anbau, 100 Prozent reine Rote Bete ohne Zusätze.
Zyklus Balance: Pflanzlicher B-Vitamin-Komplex aus Amla-Beere und weiteren pflanzlichen Quellen, kombiniert mit Maca, Shatavari, Frauenmantel und Curryblatt-Eisen.
Meno Balance: Pflanzlicher B-Vitamin-Komplex aus Amla-Beere und weiteren pflanzlichen Quellen, kombiniert mit Maca, Shatavari, Mönchspfeffer und Ashwagandha.

Eine pflanzliche Folat-Säule mit Bio Rote Bete Pulver plus den Frauen-Mischungen Zyklus Balance oder Meno Balance ist eine bewusste Bio-Routine. Für die Schwangerschafts-Supplementierung mit 400 µg Folsäure pro Tag bleibt das ärztlich empfohlene Folsäure-Präparat aus Apotheke oder Drogerie-Markt der Standard, weil Greenic kein dediziertes Schwangerschafts-Folsäure-Produkt im Sortiment führt.

Was nicht überzeugt


Folsäure-Produkte mit unklaren Mengen-Angaben, hochdosierte Folsäure-Präparate über 1.000 µg pro Tag ohne ärztliche Indikation, Mischpräparate mit Maltodextrin und künstlichen Aromen, intransparente proprietary blends ohne Folsäure-Menge, Produkte ohne Bio-Zertifizierung im natürlichen Folat-Segment und Werbeversprechen, die Folsäure als Abnehm- oder Anti-Aging-Wirkstoff positionieren, erfüllen den Anspruch einer hochwertigen Folsäure-Versorgung nicht.

Greenic-Produkte mit Folsäure

Häufige Fragen zu Folsäure

Wofür ist Folsäure gut?
Folsäure (Vitamin B9) ist ein wasserlösliches B-Vitamin mit zentraler Bedeutung für Zellteilung, Blutbildung und die gesunde Entwicklung in der Schwangerschaft. Folsäure hat neun zugelassene gesundheitsbezogene Aussagen in der EU. Sie trägt zu einer normalen Blutbildung bei, zur normalen Bildung roter Blutkörperchen, zur normalen Aminosäuren-Synthese, zur normalen Zellteilung, zum normalen Homocystein-Stoffwechsel, zu einer normalen Funktion des Immunsystems, zu einer normalen psychischen Funktion, zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung und zu einem normalen Wachstum des ungeborenen Kindes. Diese letzte Aussage ist ein Schwangerschafts-spezifischer Claim und unterstreicht die Bedeutung von Folsäure in der pränatalen Versorgung. Folate sind essenzielle Cofaktoren bei der Synthese der DNA-Bausteine und der Reifung roter Blutkörperchen im Knochenmark. Ein Mangel kann zu einer makrozytären (großzelligen) Anämie führen, mit Symptomen wie Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, depressiven Verstimmungen und Zungenentzündungen. In der Schwangerschaft ist Folsäure für die Schließung des Neuralrohrs zwischen Tag 21 und 28 nach der Befruchtung wichtig, weshalb die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und die WHO eine zusätzliche Folsäure-Supplementierung mit 400 Mikrogramm pro Tag vor und in den ersten Schwangerschaftsmonaten empfehlen. Greenic Bio Rote Bete Pulver gehört zu den dichtesten pflanzlichen Folat-Quellen und liefert pro 7-Gramm-Portion 32,55 Mikrogramm Folsäure (16 Prozent der Referenzmenge), eingebettet in der natürlichen Pflanzenmatrix der ganzen Knolle.
Wie viel Folsäure am Tag bei Kinderwunsch und Schwangerschaft?
Für Frauen mit Kinderwunsch und in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen ist eine zusätzliche Folsäure-Supplementierung mit 400 Mikrogramm pro Tag der medizinische Standard. Die Empfehlung kommt von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, dem Bundesinstitut für Risikobewertung und der Weltgesundheitsorganisation. Der Beginn sollte spätestens vier Wochen vor der geplanten Empfängnis erfolgen, idealerweise sobald der Kinderwunsch besteht. Der Hintergrund: Die kritische Phase der Neuralrohrschließung beim Embryo liegt zwischen Tag 21 und 28 nach Befruchtung, also oft vor der Diagnose der Schwangerschaft. Eine ausreichende Folat-Versorgung in dieser frühen Phase reduziert das Risiko für Neuralrohrdefekte wie Spina bifida (offener Rücken) und Anenzephalie deutlich. Die Supplementierung wird mindestens bis zum Ende des ersten Trimesters (12. Schwangerschaftswoche) fortgeführt, viele Gynäkologinnen empfehlen eine Fortführung über die gesamte Schwangerschaft mit angepasster Dosis. Insgesamt liegt der DGE-Bedarf in der Schwangerschaft bei 550 Mikrogramm Folat-Äquivalente pro Tag, in der Stillzeit bei 450 Mikrogramm. Die ärztlich empfohlene Folsäure-Supplementierung erfolgt über klassische Folsäure-Präparate aus Apotheke oder Drogerie-Markt (Folio, Femibion, Elevit und andere) oder DM- und Rossmann-Eigenmarken. Bei vorausgegangener Neuralrohrdefekt-Schwangerschaft, bei bestimmten Vorerkrankungen oder bei Einnahme bestimmter Medikamente (zum Beispiel Antiepileptika) wird eine höhere Folsäure-Dosis (4 bis 5 Milligramm pro Tag) ärztlich verordnet. Bei nachgewiesener oder vermuteter MTHFR-Genvariante wird teilweise Methyl-Folat (5-MTHF) statt klassischer Folsäure bevorzugt. Diese Entscheidungen gehören in die gynäkologische Beratung. Bio Rote Bete Pulver, grünes Blattgemüse und Hülsenfrüchte sind in dieser Phase ergänzende Bio-Quellen, kein Ersatz für die ärztlich empfohlene Folsäure-Tablette.
Welche Lebensmittel enthalten viel Folsäure?
Folate kommen in zahlreichen pflanzlichen und in einigen tierischen Lebensmitteln vor. Die dichtesten natürlichen Folat-Quellen mit über 100 Mikrogramm pro 100 Gramm sind Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen, weiße Bohnen und Sojabohnen, Weizenkeime, grünes Blattgemüse wie Spinat, Grünkohl, Mangold und Romana-Salat, Brokkoli und Rosenkohl, Spargel, Avocado, Rote Bete, Petersilie sowie Rinder- und Hühnerleber. Mit 50 bis 100 Mikrogramm pro 100 Gramm sind Vollkornprodukte (Weizen, Hafer, Roggen), Eigelb, Nüsse und Samen wie Erdnüsse, Kürbiskerne und Sonnenblumenkerne, Feldsalat, Endivien und Zitrusfrüchte gute Folat-Lieferanten. Wichtige praktische Einordnung: Folate sind hitze-, licht- und sauerstoffempfindlich. Bei Lagerung von frischem Gemüse über mehrere Tage gehen 30 bis 70 Prozent des Folat-Gehalts verloren. Beim Kochen werden weitere 30 bis 50 Prozent zerstört, vor allem wenn das Kochwasser entsorgt wird. Praktische Konsequenzen sind: frisches Blattgemüse möglichst zeitnah verzehren, kurze Garzeiten mit wenig Wasser oder Dünsten bevorzugen, Rohkost-Anteile einbauen wo sinnvoll und schonend getrocknete Bio-Pulver in Rohkostqualität verwenden. Greenic Bio Rote Bete Pulver wird schonend bei niedrigen Temperaturen getrocknet, wodurch ein relevanter Folat-Anteil erhalten bleibt. Eine 7-Gramm-Tagesportion liefert 32,55 Mikrogramm Folsäure (16 Prozent der Referenzmenge). Eine bewusst gemüselastige Ernährung mit täglich frischem Blattgemüse, zwei bis drei Portionen Hülsenfrüchten pro Woche, Vollkornprodukten, Avocado und einer Bio-Pulver-Quelle wie Rote Bete deckt die DGE-Empfehlung von 300 Mikrogramm pro Tag für Nicht-Schwangere gut.
Was ist der Unterschied zwischen Folat, Folsäure und Methyl-Folat?
Im Sprachgebrauch werden die Begriffe Folat und Folsäure oft synonym verwendet, sie bezeichnen aber unterschiedliche chemische Formen mit unterschiedlichen Eigenschaften. Folat ist die natürliche Form in Lebensmitteln, ein Sammelbegriff für eine Gruppe verwandter Verbindungen wie 5-Methyltetrahydrofolat, Tetrahydrofolat, Dihydrofolat und 10-Formyltetrahydrofolat. Diese natürlichen Folate kommen in grünem Blattgemüse, Hülsenfrüchten, Leber, Eiern und Vollkornprodukten vor. Folsäure ist die synthetische Form, die in Nahrungsergänzungsmitteln und teilweise in angereicherten Lebensmitteln verwendet wird. Sie ist im chemischen Sinne kein direktes Folat, sondern eine Vorstufe, die im Körper über mehrere enzymatische Schritte zur aktiven Form 5-MTHF umgewandelt wird. Diese Umwandlung läuft über das Enzym Methylentetrahydrofolat-Reduktase (MTHFR). 5-Methyltetrahydrofolat (5-MTHF, auch als L-Methylfolat oder Metafolin bekannt) ist die direkt aktive Form, die ohne weitere enzymatische Umwandlung im Körper genutzt werden kann. Etwa 10 bis 30 Prozent der Bevölkerung in Mitteleuropa tragen eine Genvariante des MTHFR-Enzyms (am häufigsten die C677T-Polymorphismen), die die Umwandlung von synthetischer Folsäure zu aktivem 5-MTHF reduziert. Bei homozygoten Trägern (etwa 10 Prozent der Bevölkerung) kann die Enzymaktivität auf 30 bis 40 Prozent reduziert sein. In solchen Fällen wird in der wissenschaftlichen Diskussion eine Supplementierung mit direkt aktivem 5-MTHF (Methyl-Folat) statt klassischer Folsäure bevorzugt. Eine Bestimmung des MTHFR-Status ist über genetische Tests möglich und gehört in die ärztliche Beratung. Praktische Einordnung: Bei der Mehrzahl der Bevölkerung ohne MTHFR-Genvariante sind beide Formen wirksam. Bei nachgewiesener Variante, bei wiederholten Fehlgeburten oder bei spezifischen ärztlichen Indikationen kann Methyl-Folat eine bevorzugte Form sein. Greenic Bio Rote Bete Pulver enthält natürliche Folate aus der Pflanzenmatrix, nicht synthetische Folsäure.
Was sind die Symptome eines Folsäure-Mangels?
Ein Folsäure-Mangel entwickelt sich typischerweise über Monate, weil der Körper Folat-Speicher von etwa 5 bis 20 Milligramm hat. Bei reduzierter Zufuhr werden zunächst die Speicher entleert, bevor klinische Symptome auftreten. Häufige Symptome eines Folsäure-Mangels umfassen Müdigkeit und Erschöpfung trotz ausreichend Schlaf, Blässe der Haut und Schleimhäute, Konzentrationsprobleme und Vergesslichkeit, depressive Verstimmungen und Reizbarkeit, Zungenentzündungen mit glatter, geröteter und schmerzhafter Zunge (atrophische Glossitis), eingerissene Mundwinkel (Cheilitis angularis), Schlafstörungen, Schwindel und in fortgeschrittenen Fällen eine makrozytäre Anämie mit großen, unreifen roten Blutkörperchen. Wichtige Differenzierung zur Eisenmangel-Anämie: Bei Eisenmangel sind die roten Blutkörperchen klein und blass (mikrozytäre, hypochrome Anämie). Bei Folsäure- oder Vitamin-B12-Mangel sind die roten Blutkörperchen groß und unreif (makrozytäre, hyperchrome Anämie). Beide Mängel können auch gleichzeitig auftreten. Diagnostisch wird der Folsäure-Status über das Blut bestimmt. Der Serum-Folat-Wert zeigt die akute Versorgung, der Erythrozyten-Folat-Wert die längerfristige Versorgung über die letzten Wochen. Bei Mangelverdacht wird oft auch Vitamin B12 mitbestimmt, weil ein B12-Mangel ähnliche Anämien verursacht und beide Vitamine sich physiologisch ergänzen. Erhöhte Homocystein-Werte können ein indirekter Hinweis auf Folat- oder B12-Mangel sein. Häufige Ursachen für Folsäure-Mangel sind unzureichende Aufnahme bei einseitiger Ernährung mit wenig grünem Blattgemüse und Hülsenfrüchten, chronische Magen-Darm-Erkrankungen wie Zöliakie oder Morbus Crohn, hoher Alkoholkonsum, Schwangerschaft und Stillzeit mit erhöhtem Bedarf, bestimmte Medikamente wie Methotrexat, Antiepileptika und Sulfasalazin sowie die MTHFR-Genvariante. Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, weil sich die Therapie an der Grundursache orientiert. Detaillierte Informationen zu pflanzlichen Folat-Quellen finden sich im Anwendungs-Abschnitt dieses Glossars und im Glossar-Eintrag Rote Bete.

Verwandte Begriffe

Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Folat.

    Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Leitlinien zur Folsäure-Supplementierung bei Kinderwunsch und Schwangerschaft.

    Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Empfehlungen zur Folsäure-Versorgung in Deutschland und maximaler Aufnahmemenge.

    World Health Organization (WHO): Guideline for the Use of Folic Acid Supplementation in the Periconceptional Period.

    Max Rubner-Institut: Nationale Verzehrsstudie II. Daten zur Folsäure-Versorgung in Deutschland.

    Bailey LB, Stover PJ, McNulty H, et al. Biomarkers of Nutrition for Development - Folate Review. Journal of Nutrition. 2015. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26009595/

    Greenberg JA, Bell SJ, Guan Y, Yu YH. Folic Acid supplementation and pregnancy: more than just neural tube defect prevention. Reviews in Obstetrics and Gynecology. 2011.

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    European Food Safety Authority (EFSA): Zugelassene Health Claims für Folsäure in Bezug auf Zellteilung, Blutbildung, Aminosäuren-Synthese, Homocystein-Stoffwechsel, Müdigkeit, Immunsystem, psychische Funktion und Wachstum des ungeborenen Kindes.

    European Food Safety Authority (EFSA): Tolerable Upper Intake Level for Folate. 1.000 Mikrogramm pro Tag für synthetische Folsäure.

    Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel.

    Verbraucherzentrale Deutschland: Einordnung von Folsäure-Präparaten. https://www.verbraucherzentrale.de/

    Stiftung Warentest: Bewertung von Folsäure-Präparaten in der Schwangerschaft.

    Mitchell HK, Snell EE, Williams RJ. The concentration of folic acid. Journal of the American Chemical Society. 1941. Historische Erstisolierung von Folsäure aus Spinatblättern.