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WissenAdaptogene

Adaptogene

Adaptogene sind eine Gruppe pflanzlicher Wirkstoffe, die seit den 1940er-Jahren in der Phytotherapie als eigene Klasse beschrieben werden. Sie wirken weder akut stimulierend noch sedierend, sondern werden mit der Anpassung des Körpers an Belastungssituationen in Verbindung gebracht. Klassische Adaptogene sind Ashwagandha, Rhodiola, Schisandra, Eleuthero, Panax Ginseng, Reishi, Chaga, Cordyceps und Tulsi. Maca und Shatavari werden traditionell ebenfalls als adaptogen eingeordnet, wissenschaftlich ist die Zuordnung in Diskussion. Anwendungsfelder reichen von Stress-Anpassung über Schlafqualität, Vitalität und Sportregeneration bis zur hormonellen Balance bei Frauen. Greenic bietet sechs Produkte mit klassischen Adaptogenen: Bio Ashwagandha Kurkuma als ayurvedisch inspirierte Golden-Milk-Mischung, Bio Ashwagandha Pulver als pure Mono-Anwendung, Bio-Maca Pulver, Zyklus Balance mit Shatavari für die zyklische Frauen-Routine, Meno Balance für die Wechseljahre und Zellschutz & Immun mit Reishi und Chaga.

Herkunft & Botanik

Der Begriff Adaptogen wurde 1947 vom sowjetischen Pharmakologen Nikolai Lazarev geprägt. Lazarev forschte im Auftrag des sowjetischen Militärs an pflanzlichen Wirkstoffen, die die körperliche Belastbarkeit unter extremen Bedingungen erhöhen sollten. Sein Konzept der Adaptogene war eine Antwort auf die Beobachtung, dass bestimmte Pflanzen weder akut stimulierend wie Koffein noch beruhigend wie Baldrian wirken, sondern eine modulierende, regulierende Wirkung auf das Stress-System haben.

Lazarev und sein Schüler Israel Brekhman formulierten in den 1960er-Jahren drei Kriterien, die ein Adaptogen erfüllen muss:

Unspezifische Wirkung
: Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegenüber unterschiedlichen physikalischen, chemischen und biologischen Belastungen.
Normalisierende Wirkung: Rückführung des Organismus in einen Gleichgewichtszustand, unabhängig von der Richtung der Abweichung.
Unschädlichkeit: Keine signifikanten Nebenwirkungen oder Funktionsstörungen bei normaler Anwendung.

Diese drei Kriterien gelten bis heute als Grundlage der wissenschaftlichen Definition. Die International Society for Adaptogen Research (ISFAR) und mehrere internationale Phytotherapie-Verbände haben in den 2000er-Jahren erweiterte Kriterien formuliert, die etwa die Wirkung auf die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse einschließen.

Während Lazarevs Forschung zunächst auf Eleuthero (Sibirischer Ginseng) konzentriert war, expandierte die Adaptogen-Forschung in den folgenden Jahrzehnten auf eine wachsende Liste pflanzlicher und fungaler Wirkstoffe. Klassische Heilpflanzen aus der ayurvedischen Tradition (Ashwagandha, Tulsi, Shatavari), aus der traditionellen chinesischen Medizin (Reishi, Cordyceps, Schisandra) und aus südamerikanischen Hochkulturen (Maca) wurden zunehmend in das Adaptogen-Konzept integriert.

In der westlichen Phytotherapie etablierten sich Adaptogene ab den 1990er-Jahren. Heute zählen sie zu den am intensivsten erforschten Pflanzengruppen, mit über 5.000 publizierten Studien zu Ashwagandha allein. Im Wellness-Markt sind Adaptogene seit den 2010er-Jahren zu einem eigenen Segment geworden.

Wirkprofil & Inhaltsstoffe

Die Wirkung von Adaptogenen wird auf physiologischer Ebene mit der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA-Achse) in Verbindung gebracht, dem zentralen Stress-Regulationssystem des Körpers. Studien deuten darauf hin, dass Adaptogene auf mehreren Punkten dieses Systems modulierend wirken, ohne es einseitig zu stimulieren oder zu hemmen.

Die wichtigsten klassischen Adaptogene

Ashwagandha (Withania somnifera)
: Ayurvedische Wurzel mit Withanoliden als Wirkstoffgruppe. Klassisch eingesetzt bei Stress, Schlafproblemen und nervlicher Belastung.
Rhodiola (Rhodiola rosea): Wurzel der arktischen Rosenwurz, in skandinavischer und sibirischer Tradition verwendet. Wird mit mentaler Belastbarkeit und Erschöpfungszuständen in Verbindung gebracht.
Eleuthero (Eleutherococcus senticosus): Auch als Sibirischer Ginseng bekannt. Lazarevs ursprünglich erforschte Adaptogen-Pflanze, klassisch bei körperlicher Belastung eingesetzt.
Panax Ginseng (Panax ginseng): Asiatischer Ginseng, in der traditionellen chinesischen Medizin seit über 2.000 Jahren verwendet. Wirkstoffgruppe Ginsenoside.
Schisandra (Schisandra chinensis): Beere aus Nordostasien mit Lignanen. In der TCM bei körperlich-mentaler Erschöpfung eingesetzt.
Tulsi / Holy Basil (Ocimum sanctum): Heiliges Basilikum aus der ayurvedischen Tradition. Wird mit Stressanpassung und entzündungsregulierenden Effekten in Verbindung gebracht.
Reishi (Ganoderma lucidum): Chinesischer Vitalpilz, in der TCM als Pilz der Langlebigkeit beschrieben. Beta-Glucane und Triterpene als Wirkstoffe.
Chaga (Inonotus obliquus): Birken-Vitalpilz aus subarktischen Regionen. Klassisch in Sibirien und Nordeuropa als Tee verwendet.
Cordyceps (Cordyceps sinensis): Chinesischer Vitalpilz, traditionell mit körperlicher Leistungsfähigkeit in Verbindung gebracht.

Pflanzliche Adaptogene und Pilz-Adaptogene

Die wichtigste Unterscheidung verläuft zwischen pflanzlichen Adaptogenen (Wurzeln, Blätter, Beeren) und fungalen Adaptogenen, also Vitalpilzen. Pflanzliche Adaptogene wirken vor allem über sekundäre Pflanzenstoffe wie Withanolide, Ginsenoside, Salidrosid oder Lignane. Pilz-Adaptogene wirken über Beta-Glucane, Triterpene und Polysaccharide. Beide Gruppen ergänzen sich in der Anwendung und werden traditionell oft kombiniert.

Diskutierte Adaptogene

Maca (Lepidium meyenii): Wurzel aus den peruanischen Anden, traditionell als Stärkungsmittel verwendet. Die Einordnung als klassisches Adaptogen ist umstritten, weil das Wirkprofil nicht alle drei Lazarev-Kriterien klar erfüllt. Maca wird häufig im erweiterten Adaptogen-Begriff geführt.
Shatavari (Asparagus racemosus): Ayurvedische Wurzel mit traditioneller Anwendung in der Frauenheilkunde. Klassifikation als Adaptogen durch ayurvedische Quellen, in der westlichen Phytotherapie weniger einheitlich.
Mucuna pruriens: Tropische Bohne mit hohem L-DOPA-Gehalt. Wird in einigen Quellen als Adaptogen geführt, die Mehrheit der Forschung sieht das Wirkprofil als zu spezifisch.

Wirkungseintritt


Adaptogene wirken nicht akut. Anders als Koffein, Baldrian oder andere kurzfristig spürbare Wirkstoffe entfalten Adaptogene ihre Wirkung über mehrere Wochen kontinuierlicher Anwendung. Erste subjektive Veränderungen werden meist nach zwei bis vier Wochen berichtet, eine deutlich spürbare Wirkung stellt sich nach sechs bis zwölf Wochen ein. Klinische Studien arbeiten typischerweise mit Anwendungszeiträumen zwischen acht und zwölf Wochen.

Anwendung

Adaptogene werden traditionell nach Anwendungsfeldern unterschieden. Welches Adaptogen oder welche Kombination passt, hängt vom konkreten Ziel ab.

Anwendungsfelder und passende Adaptogene

Stress und nervliche Belastung: Ashwagandha gilt als das am besten dokumentierte Adaptogen in diesem Feld. Tulsi und Schisandra werden ergänzend eingesetzt.
Schlafqualität und Abendroutine: Ashwagandha (deutscher Trivialname Schlafbeere) ist das klassische Adaptogen für die Abendroutine. Reishi wird in der TCM ebenfalls dem Abend zugeordnet.
Mentale Erschöpfung und Konzentration: Rhodiola und Eleuthero sind hier traditionell verankert, beide werden mit kognitiver Belastbarkeit in Verbindung gebracht.
Körperliche Energie und Vitalität: Maca aus der peruanischen Tradition, Cordyceps aus der TCM und Panax Ginseng werden traditionell in diesem Feld eingesetzt.
Hormonelle Balance bei Frauen: Shatavari ist die zentrale Pflanze der ayurvedischen Frauenheilkunde. Maca wird ergänzend verwendet, vor allem im westlichen Wellness-Kontext. Ashwagandha wird in den Wechseljahren häufig mit eingebunden.
Immunsystem und Zellschutz: Reishi und Chaga werden in der TCM seit Jahrhunderten in diesem Feld eingesetzt. Cordyceps ergänzt das Profil.

Adaptogene kombinieren

Die traditionelle Phytotherapie kennt seit Jahrhunderten Mischungen aus mehreren Adaptogenen. Die ayurvedische Tradition kombiniert Ashwagandha und Shatavari, die TCM kombiniert Reishi mit Cordyceps oder Schisandra. Im modernen Adaptogen-Markt werden diese Kombinationen unter dem Begriff Adaptogen-Komplex zusammengefasst. Die Logik dahinter ist, dass verschiedene Adaptogene unterschiedliche Wirkprofile abdecken und sich in der Kombination ergänzen.

Praktische Hinweise zur Kombination: Adaptogene aus dem Stress-Feld (Ashwagandha, Tulsi) und aus dem Energie-Feld (Maca, Rhodiola) sind miteinander kombinierbar, sollten aber zu unterschiedlichen Tageszeiten eingenommen werden. Adaptogene aus der hormonellen Frauenheilkunde (Shatavari, Maca, Ashwagandha) lassen sich in einer Mischung kombinieren, sind aber in der Schwangerschaft und Stillzeit zu vermeiden. Pilz-Adaptogene (Reishi, Chaga, Cordyceps) ergänzen sich gut, ihre Wirkung baut sich über Wochen auf.

Golden Milk als klassische ayurvedische Anwendung

Die wichtigste traditionelle Zubereitungsform für Adaptogene in der ayurvedischen Tradition ist die warme Milch-Anwendung. Im modernen Wellness-Kontext bekannt als Golden Milk, basiert sie auf Kurkuma als Hauptkomponente, ergänzt um Adaptogene wie Ashwagandha. Der schwarze Pfeffer in klassischen Rezepten ist funktional eingesetzt, weil das enthaltene Piperin die Bioverfügbarkeit von Curcumin erhöht.

Eine fertig dosierte Variante ist die Bio Ashwagandha Kurkuma Mischung von Greenic mit 32 Prozent Ashwagandha, 30 Prozent Kurkuma, Lucuma, Ingwer und schwarzem Pfeffer. Eine Portion von 5 Gramm wird mit 200 bis 250 Milliliter warmem pflanzlichem Drink (Hafer, Mandel, Kokos) verrührt und ergibt eine fertige Golden Milk. Die Anwendung erfolgt klassisch am Abend, etwa eine Stunde vor dem Schlafengehen.

Tageszeit

Allgemein gilt: Adaptogene mit Stress-Profil (Ashwagandha, Tulsi, Reishi) eignen sich für die Abendroutine. Adaptogene mit Energie-Profil (Maca, Rhodiola, Cordyceps, Eleuthero) eignen sich für Morgen und Vormittag. Bei aufgeteilter Dosierung lassen sich Energie- und Stress-Adaptogene auch beide am Tag einsetzen.

Worauf bei der Auswahl achten?

Der Adaptogen-Markt ist groß und unübersichtlich. Vier Kriterien helfen bei der Auswahl.

Mono-Adaptogen oder Adaptogen-Komplex

Ein Mono-Adaptogen wie reines Ashwagandha-Pulver oder Maca-Pulver konzentriert die Wirkung auf eine einzelne Pflanze und erlaubt eine genaue Beobachtung der individuellen Reaktion. Ein Adaptogen-Komplex kombiniert mehrere Pflanzen mit ergänzenden Wirkprofilen und deckt breitere Anwendungsfelder ab. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung. Wer gezielt eine Pflanze testen möchte, wählt ein Mono-Produkt. Wer ein zusammengestelltes Profil für ein bestimmtes Anwendungsfeld sucht, wählt eine fertig formulierte Mischung.

Pflanzenmatrix oder standardisierter Extrakt

Voll-Pflanzen-Pulver enthält die ganze, fein vermahlene Pflanze mit dem natürlichen Wirkstoff-Spektrum. Standardisierte Extrakte wie KSM-66 (Ashwagandha) oder SHR-5 (Rhodiola) konzentrieren ausgewählte Wirkstoffe auf höhere Prozentwerte. Voll-Pflanzen-Pulver bietet das natürliche Stoffprofil in der Form, die in der traditionellen Anwendung seit Jahrhunderten verwendet wird. Standardisierte Extrakte bieten reproduzierbare Wirkstoffmengen, die für klinische Studien das übliche Format sind. Beide Formate können in einer Mischung kombiniert werden.

Bio-Qualität

Adaptogene werden überwiegend aus Wildsammlung oder kontrolliertem Anbau gewonnen. Konventionelle Produktion arbeitet teils mit Pestiziden und mineralischen Düngemitteln, was sich auf das Sekundärstoff-Profil der Pflanzen auswirken kann. Bei Adaptogenen ist Bio-Qualität nicht nur ein Standard, sondern ein qualitatives Kriterium, weil die Wirksubstanzen teils direkt vom Anbauverfahren abhängen.

Format und Anwendbarkeit

Pulver erlaubt flexible Dosierung, direkte Anwendung in warmen Drinks oder Smoothies und behält die Pflanzenmatrix vollständig. Kapseln sind geschmacksneutral, präzise dosiert und reisefreundlich, enthalten aber meist Hilfsstoffe. Tropfen arbeiten oft mit Alkohol als Trägerlösung. Für die klassische ayurvedische Anwendung in Golden Milk oder Moon Milk ist Pulver das passende Format.

Greenic Adaptogen-Sortiment im Vergleich

Mono-Anwendung: Bio Ashwagandha Pulver für die pure Anwendung in Moon Milk und Smoothies. Bio-Maca Pulver für die peruanisch-traditionelle Anwendung in Wasser, Smoothies und Bowls.
Adaptogen-Komplex Stress und Schlaf: Bio Ashwagandha Kurkuma Pulver als fertig dosierte Golden-Milk-Mischung mit Ashwagandha, Kurkuma, Lucuma, Ingwer und schwarzem Pfeffer.
Adaptogen-Komplex Frauenheilkunde Zyklus: Zyklus Balance mit Maca, Shatavari, Frauenmantel, Eisen aus Curryblatt-Extrakt und einem natürlichen B-Vitamin-Komplex aus Pflanzenextrakten für die zyklische Frauen-Routine.
Adaptogen-Komplex Frauenheilkunde Wechseljahre: Meno Balance mit Maca, Shatavari, Ashwagandha-Extrakt KSM-66, Mönchspfeffer, Amla-Beere und einem natürlichen Vitamin-B- und Vitamin-C-Komplex.
Adaptogen-Komplex Zellschutz und Immun: Zellschutz & Immun mit Reishi, Chaga, Spermidin aus Bio-Weizenkeimen, Holy Basil und Vitamin C aus Acerola.

Was nicht überzeugt

Adaptogen-Mischungen ohne klare Mengenangabe der einzelnen Pflanzen, Extrakte mit unbekannten Standardisierungs-Werten, Mischungen mit Aromen und Süßstoffen sowie Produkte ohne Bio-Zertifizierung erfüllen den Anspruch einer hochwertigen Adaptogen-Anwendung nicht.

Greenic-Produkte mit Adaptogene

Häufige Fragen zu Adaptogene

Was sind Adaptogene aus wissenschaftlicher Sicht?
Der Begriff wurde 1947 vom sowjetischen Pharmakologen Nikolai Lazarev als eigene pharmakologische Klasse definiert. Sein Schüler Israel Brekhman formulierte in den 1960er-Jahren drei Kriterien, die bis heute als Definition gelten. Erstens unspezifische Wirkung, also Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegenüber unterschiedlichen Belastungen. Zweitens normalisierende Wirkung, also Rückführung des Organismus in einen Gleichgewichtszustand unabhängig von der Richtung der Abweichung. Drittens Unschädlichkeit bei normaler Anwendung. Die International Society for Adaptogen Research (ISFAR) und mehrere internationale Phytotherapie-Verbände haben in den 2000er-Jahren erweiterte Kriterien formuliert, die etwa die Wirkung auf die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse einschließen. Adaptogene sind damit eine pharmakologisch klar definierte Gruppe, kein Marketing-Begriff.
Welche Adaptogene gibt es im Überblick?
Die klassisch anerkannten Adaptogene umfassen pflanzliche und fungale Wirkstoffe. Pflanzlich: Ashwagandha (Withania somnifera), Rhodiola (Rhodiola rosea), Eleuthero/Sibirischer Ginseng (Eleutherococcus senticosus), Panax Ginseng (Panax ginseng), Schisandra (Schisandra chinensis) und Tulsi/Holy Basil (Ocimum sanctum). Fungal: Reishi (Ganoderma lucidum), Chaga (Inonotus obliquus) und Cordyceps (Cordyceps sinensis). Diskutiert oder erweitert eingeordnet werden Maca (Lepidium meyenii) als peruanische Wurzel und Shatavari (Asparagus racemosus) als ayurvedische Frauen-Pflanze. Mucuna pruriens wird in einigen Quellen geführt, ist aber wegen des hohen L-DOPA-Gehalts in der Wirkung sehr spezifisch und wird mehrheitlich nicht als klassisches Adaptogen klassifiziert. Insgesamt umfasst die anerkannte Liste rund zehn bis zwölf Pflanzen und Pilze.
Welches Adaptogen passt zu welchem Anwendungsfeld?
Die Zuordnung folgt traditionellen Anwendungsfeldern und der modernen Studienlage. Bei Stress und nervlicher Belastung gilt Ashwagandha als das am besten dokumentierte Adaptogen. Bei mentaler Erschöpfung und Konzentration sind Rhodiola und Eleuthero traditionell verankert. Für die Schlafqualität und Abendroutine ist Ashwagandha (Schlafbeere) die klassische Wahl, ergänzt um Reishi. Bei körperlicher Energie und Vitalität werden Maca, Cordyceps und Panax Ginseng eingesetzt. Für die hormonelle Balance bei Frauen steht Shatavari im Zentrum, ergänzt um Maca und Ashwagandha. Im Bereich Immunsystem und Zellschutz sind Reishi, Chaga und Cordyceps die klassischen Adaptogene. Wer ein bestimmtes Anwendungsfeld gezielt unterstützen möchte, wählt entweder ein Mono-Adaptogen aus dem passenden Bereich oder eine fertig formulierte Mischung.
Können Adaptogene kombiniert werden?
Ja, die traditionelle Phytotherapie kennt seit Jahrhunderten Mischungen aus mehreren Adaptogenen. Die ayurvedische Tradition kombiniert Ashwagandha und Shatavari, die traditionelle chinesische Medizin Reishi mit Cordyceps oder Schisandra. Im modernen Adaptogen-Markt werden diese Kombinationen unter dem Begriff Adaptogen-Komplex zusammengefasst. Sinnvolle Kombinationen folgen dem Anwendungsfeld: Stress-Adaptogene wie Ashwagandha und Tulsi ergänzen sich, Energie-Adaptogene wie Maca und Rhodiola lassen sich kombinieren, Pilz-Adaptogene wie Reishi und Chaga arbeiten zusammen. Stress- und Energie-Adaptogene können beide am Tag eingesetzt werden, sollten aber zu unterschiedlichen Tageszeiten dosiert werden, damit die unterschiedlichen Profile sich nicht überlagern. Bei hormonell wirkenden Mischungen für die Frauenheilkunde sind Schwangerschaft und Stillzeit grundsätzliche Kontraindikationen, unabhängig von der Kombination.
Was ist der Unterschied zwischen pflanzlichen Adaptogenen und Pilz-Adaptogenen?
Beide Gruppen erfüllen die Lazarev-Kriterien für Adaptogene, unterscheiden sich aber in den Wirkstoff-Klassen. Pflanzliche Adaptogene wirken über sekundäre Pflanzenstoffe wie Withanolide (Ashwagandha), Salidrosid und Rosavin (Rhodiola), Ginsenoside (Ginseng) oder Schisandrine (Schisandra). Pilz-Adaptogene wirken über Beta-Glucane, Triterpene und Polysaccharide, die in der Zellwand der Vitalpilze konzentriert sind. Pflanzliche Adaptogene werden traditionell mit dem Stress-Anpassungs- und Energie-System in Verbindung gebracht, Pilz-Adaptogene zusätzlich mit dem Immunsystem und der zellulären Regeneration. In der traditionellen chinesischen Medizin werden beide Gruppen seit Jahrhunderten kombiniert, weil sie sich in den Wirkprofilen ergänzen. Reishi, Chaga und Cordyceps sind die drei am besten dokumentierten fungalen Adaptogene, Ashwagandha, Rhodiola und Ginseng die führenden pflanzlichen.

Verwandte Begriffe

Quellen

  • Lazarev NV. Allgemeine und spezifische Wirkungen von Arzneimitteln. Pharmakologie und Toxikologie. 1947. Klassische sowjetische Originalarbeit zur Definition des Adaptogen-Konzepts.

    Brekhman II, Dardymov IV. New substances of plant origin which increase nonspecific resistance. Annual Review of Pharmacology. 1969;9:419–430.

    Panossian A, Wikman G. Effects of Adaptogens on the Central Nervous System and the Molecular Mechanisms Associated with Their Stress-Protective Activity. Pharmaceuticals. 2010;3(1):188–224. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4052657/

    Liao LY, He YF, Li L, et al. A preliminary review of studies on adaptogens: comparison of their bioactivity in TCM with that of ginseng-like herbs used worldwide. Chinese Medicine. 2018;13:57. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30479654/

    Chandrasekhar K, Kapoor J, Anishetty S. Ashwagandha Stress Study. Indian Journal of Psychological Medicine. 2012;34(3):255–262. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23439798/

    European Medicines Agency. Community herbal monographs für Withania somnifera, Rhodiola rosea, Eleutherococcus senticosus, Panax ginseng. https://www.ema.europa.eu/

    International Society for Adaptogen Research (ISFAR). Konsens-Definitionen und Kriterien.