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WissenKieselsäure

Kieselsäure

Kieselsäure ist der Sammelbegriff für eine Gruppe chemischer Verbindungen, in denen das Element Silizium mit Sauerstoff und Wasserstoff verbunden ist. Die im Körper relevante Form ist Orthokieselsäure mit der Summenformel Si(OH)4. Silizium ist nach Sauerstoff das zweithäufigste Element der Erdkruste und kommt in zahlreichen pflanzlichen Lebensmitteln, in Mineralwasser und in Form von anorganischer Kieselerde vor. Im menschlichen Körper findet sich Silizium in Bindegewebe, Knochen, Haut, Haar und Nägeln, wo es an strukturellen Funktionen beteiligt ist. Eine wichtige Einordnung gleich zu Beginn: Für Silizium gibt es in der EU keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Aussagen. Die strukturelle Funktion in Bindegewebe und Kollagen-Quervernetzung ist wissenschaftlich gut dokumentiert, eindeutige klinische Wirkungs-Aussagen sind aber regulatorisch nicht erlaubt. Das heißt auch: Werbeaussagen wie Silizium hilft gegen brüchige Nägel oder Kieselsäure für stärkere Haare sind nicht EFSA-konform und sollten kritisch bewertet werden. Greenic Natural Beauty kombiniert pflanzliches Silizium aus Bambussprossen-Extrakt (53 mg pro Portion) mit Vitamin C aus Acerola (40 mg, 50 Prozent der Referenzmenge) und Jod aus Kelp (75 µg, 50 Prozent der Referenzmenge). Diese Glossar-Seite klärt die wichtigsten Fragen zu Kieselsäure, Silizium, Kieselerde und ihren Unterschieden auf, dokumentiert die wissenschaftliche Studienlage zur strukturellen Funktion und ordnet die im Markt verfügbaren Produktformen nach ihrer Bioverfügbarkeit ein.

Herkunft & Botanik

Silizium und Kieselsäure sind nach Sauerstoff die häufigsten Elemente und Verbindungen der Erdkruste. Etwa 28 Prozent der Erdkruste bestehen aus Silizium in gebundener Form. Reines elementares Silizium kommt in der Natur nicht vor, weil es sehr reaktionsfreudig ist. In der Natur findet sich Silizium fast ausschließlich als Siliziumdioxid (SiO2, Quarz) und in zahlreichen Silikat-Mineralen wie Feldspat, Glimmer und Ton.

Drei Begriffe, die oft verwechselt werden

Im Sprachgebrauch werden die Begriffe Silizium, Kieselsäure und Kieselerde häufig synonym verwendet, sie bezeichnen aber unterschiedliche Stoffe mit unterschiedlichen Eigenschaften.

Silizium: Das chemische Element mit dem Symbol Si und der Ordnungszahl 14. In reiner elementarer Form nicht in der Natur vorhanden und für den menschlichen Körper auch nicht direkt verwertbar.
Kieselsäure: Eine Gruppe chemischer Verbindungen aus Silizium, Sauerstoff und Wasserstoff. Die wichtigste Form ist die Orthokieselsäure mit der Summenformel Si(OH)4. In gelöster Form in Mineralwasser, in pflanzlichen Lebensmitteln und in einigen Nahrungsergänzungen.
Kieselerde: Anorganisches Pulver aus den Skeletten urzeitlicher Kieselalgen (Diatomeen) oder aus gemahlenem Quarzgestein. Besteht überwiegend aus Siliziumdioxid (SiO2). Klassische Form in vielen Drogerie-Produkten. Bioverfügbarkeit beim oralen Verzehr gering, weil das anorganische SiO2 vom Körper nur in kleinen Mengen in resorbierbare Orthokieselsäure umgewandelt werden kann.

Diese Differenzierung ist praktisch wichtig, weil sich die Bioverfügbarkeit zwischen den Formen erheblich unterscheidet. Was im Produktbild als Kieselsäure oder Silizium beworben wird, kann chemisch sehr unterschiedliche Verbindungen meinen.

Silizium im menschlichen Körper


Der menschliche Körper enthält insgesamt etwa 1 bis 2 Gramm Silizium. Es ist nicht gleichmäßig verteilt, sondern findet sich konzentriert in bestimmten Geweben.

Bindegewebe: Etwa 6 bis 8 Milligramm Silizium pro Kilogramm Bindegewebe. Konzentriert in Haut, Sehnen, Bändern und Aorta-Wand.
Knochen: Vor allem in der Knochenmatrix während der Bildungsphase, weniger im ausgereiften Knochen.
Aorta und Arterien: Anteil an den Glykosaminoglykanen der Gefäßwand.
Haar und Nägel: In den keratinhaltigen Strukturen.
Haut: In der Dermis, der Bindegewebsschicht unter der Oberhaut.

Mit zunehmendem Alter sinkt der Silizium-Gehalt in Haut und Aorta nach epidemiologischen Daten messbar. Schlüsselstudien wie Carlisle (1972) und Jugdaohsingh und Kollegen aus dem Framingham Offspring Study Datensatz (2007) haben diese Verteilung dokumentiert.

Funktion: was Silizium strukturell tut

Silizium hat in der menschlichen Biochemie keine bekannte enzymatische Funktion, sondern vor allem strukturelle Funktionen. Aktuelle Forschung deutet auf folgende Funktionen.

Kollagen-Quervernetzung: Silizium ist an der Bildung der Quervernetzungen zwischen Kollagen-Fibrillen beteiligt. Ohne ausreichende Quervernetzung verliert das Kollagen seine mechanische Stabilität.
Glykosaminoglykane (GAGs): Silizium ist Bestandteil bestimmter Glykosaminoglykane wie Heparansulfat, Chondroitinsulfat und Hyaluronsäure, die in Bindegewebe, Knorpel und Haut vorkommen.
Knochenmatrix: In der frühen Knochenbildungs-Phase ist Silizium an der Mineralisierung beteiligt. Studien an Mäusen (Schiano und Kollegen 1979, Hott und Kollegen 1993) haben diese Funktion dokumentiert.
Aorta-Wand: Anteil an den elastischen Fasern und Glykosaminoglykanen der Gefäßwand.
Haar-Keratin und Nagelmatrix: Anteil an den keratinhaltigen Strukturen.

Wichtige Einordnung: Diese strukturellen Funktionen sind in der Biochemie gut dokumentiert. Eine klinisch relevante Wirkung auf die menschliche Gesundheit ist aus diesen strukturellen Funktionen aber nicht automatisch ableitbar, weil die EFSA für Silizium keine Health Claims zugelassen hat. Die Forschung läuft, aber für eindeutige klinische Aussagen reicht die Studienlage nicht aus.

Tagesbedarf: keine offizielle DGE-Empfehlung


Im Gegensatz zu klassischen essentiellen Mineralstoffen wie Eisen, Calcium oder Magnesium hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung keinen offiziellen Tagesbedarf für Silizium festgelegt. Die European Food Safety Authority hat ebenfalls keinen Bedarf definiert. Hintergrund: Silizium gilt als wahrscheinlich essentiell, der Bedarf ist aber nicht eindeutig zu beziffern.

Epidemiologische Studien aus dem Framingham Offspring Datensatz und anderen Untersuchungen liefern Schätzungen zur durchschnittlichen Aufnahme. In Westeuropa und Nordamerika liegt die durchschnittliche tägliche Silizium-Aufnahme bei 20 bis 50 Milligramm. In Asien, vor allem in Reis-orientierten Kulturen, deutlich höher bei 80 bis 150 Milligramm. Die in epidemiologischen Studien mit besseren Knochen-Dichtewerten korrelierende Aufnahme liegt bei etwa 30 bis 50 Milligramm pro Tag.

EFSA hat zwar keinen Bedarf, aber einen tolerierbaren oberen Aufnahmewert für Silizium aus Lebensmitteln festgelegt: Es wurde geprüft und keine Obergrenze (UL) angegeben, weil keine relevanten Nebenwirkungen bei oraler Aufnahme aus üblichen Lebensmittel-Mengen dokumentiert sind.

Silizium in Lebensmitteln und Mineralwasser

Silizium ist in zahlreichen pflanzlichen Lebensmitteln in unterschiedlichen Konzentrationen enthalten. Die wichtigsten natürlichen Quellen.

Getreide: Hafer (etwa 5 bis 10 mg Silizium pro 100 g), Hirse (etwa 5 bis 8 mg), Gerste, Weizen, Roggen.
Wurzelgemüse und Knollen: Kartoffeln (etwa 3 bis 5 mg pro 100 g), Pastinaken, Topinambur, Rote Bete.
Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen.
Bambussprossen: Eine der dichtesten pflanzlichen Silizium-Quellen mit bis zu 500 mg Silizium pro 100 g Trockenmasse.
Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense): Traditionelle Heilpflanze mit hohem Silizium-Gehalt, bis 7 Prozent der Trockenmasse.
Brennnessel: Hoher Silizium-Anteil.
Bier (durch das Hafer- und Gerstenmalz): Eine etwas überraschende, aber wissenschaftlich dokumentierte Quelle, die in den Framingham-Daten als Korrelation zu höheren Silizium-Aufnahmen identifiziert wurde.
Mineralwasser: Variiert stark nach Quelle. Manche deutsche Mineralwässer enthalten 10 bis 50 mg Silizium pro Liter, andere unter 5 mg. Mineralwässer aus vulkanischem Gestein haben oft höhere Werte.

Verlust durch Verarbeitung und Lebensgewohnheit

Vollkornprodukte enthalten mehr Silizium als raffinierte Weißmehl-Produkte, weil das Silizium vor allem in den äußeren Schichten der Getreidekörner sitzt. Mit dem westlichen Wandel zu raffinierten Getreideprodukten ist die durchschnittliche Silizium-Aufnahme in den letzten Jahrzehnten gesunken. Eine bewusst gemüselastige, vollkornorientierte Ernährung mit Hafer, Gerste und Hülsenfrüchten erreicht in der Regel die in Studien diskutierte optimale Aufnahme von 30 bis 50 Milligramm pro Tag.

Wirkprofil & Inhaltsstoffe

Kieselsäure und Silizium werden im Markt seit Jahrzehnten als Mineralstoff für Haut, Haare und Nägel beworben. Eine sachliche Einordnung trennt belegte wissenschaftliche Funktionen von regulatorisch nicht zulässigen Wirkungs-Aussagen.

EFSA-Status: keine zugelassenen Health Claims für Silizium

Für Silizium und Kieselsäure gibt es in der EU keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Aussagen. Diese klare regulatorische Einordnung ist wichtig, weil im Markt zahlreiche Werbeaussagen kursieren, die mit Silizium oder Kieselsäure verbunden sind und nicht EFSA-konform formuliert sind. Beispiele für nicht zulässige Werbeaussagen sind Formulierungen wie Silizium für stärkere Nägel, Kieselsäure hilft gegen Haarausfall oder Silizium unterstützt das Bindegewebe.

Die strukturellen Funktionen von Silizium in Bindegewebe, Kollagen-Quervernetzung und Knochenmatrix sind biochemisch dokumentiert, aber für eine zugelassene gesundheitsbezogene Aussage reicht die Studienlage am Menschen aktuell nicht aus. Die European Food Safety Authority hat in mehreren Bewertungsverfahren (zuletzt 2010 und 2011) die eingereichten Health-Claim-Anträge für Silizium abgelehnt, weil die kausale Verbindung zwischen Silizium-Aufnahme und einer spezifischen gesundheitsbezogenen Wirkung beim Menschen nicht ausreichend belegt war.

Wissenschaftlich diskutierte Funktionen

Trotz fehlender EFSA-Claims sind mehrere strukturelle Funktionen von Silizium in der Biochemie und in der Studienlage gut dokumentiert. Diese Funktionen werden im Folgenden sachlich beschrieben, ohne sie als therapeutische Wirkungen zu positionieren.

Kollagen-Quervernetzung im Bindegewebe: Silizium ist an der enzymatischen Quervernetzung von Kollagen-Fibrillen beteiligt. Diese Quervernetzungen geben dem Bindegewebe seine mechanische Stabilität. Schlüsselstudien sind Schwarz und Milne (1972) und neuere Arbeiten zur Prolylhydroxylase-Aktivität.
Anteil an Glykosaminoglykanen: Glykosaminoglykane wie Heparansulfat, Chondroitinsulfat und Hyaluronsäure enthalten silizium-verbundene Brücken. Diese Substanzen kommen in Bindegewebe, Knorpel, Haut und Glaskörper des Auges vor.
Knochenmineralisation in der Wachstums-Phase: In der frühen Knochenbildung beteiligt sich Silizium an der Mineralisierungs-Matrix. Carlisle (1972, 1981) zeigte bei Mäusen verzögerte Knochenmineralisierung unter Silizium-armem Futter. Diese Befunde wurden in späteren Studien weitgehend bestätigt.
Haut, Haar und Nagel-Struktur: Silizium ist in der Dermis, im Haar-Keratin und in der Nagelmatrix nachweisbar. Eindeutige klinische Studien zu einer Wirkung auf Haut-, Haar- oder Nagel-Qualität beim Menschen sind aber dünn und methodisch nicht alle überzeugend.

Die Bioverfügbarkeits-Hierarchie

Eine zentrale praktische Frage bei Silizium-Produkten ist die Bioverfügbarkeit, also wie viel des aufgenommenen Siliziums tatsächlich vom Körper resorbiert wird. Es gibt erhebliche Unterschiede zwischen den Produkt-Formen.

Orthokieselsäure (gelöst): Die im Körper bioverfügbare Form. In Mineralwasser, in spezialisierten Silizium-Lösungen und in einigen Kieselsäure-Gels enthalten. Resorptionsrate etwa 50 bis 70 Prozent. Schlüsselstudie Powell und Kollegen (2005).
Cholin-stabilisierte Orthokieselsäure (ch-OSA, BioSil): Eine technisch stabilisierte Form der Orthokieselsäure mit Cholin als Trägermolekül. Resorptionsrate bis 75 Prozent. Eindeutige Markenform mit Patentschutz.
Pflanzliches Silizium aus Bambussprossen-Extrakt: In organischer pflanzlicher Matrix gebunden. Resorptionsrate etwa 30 bis 50 Prozent, abhängig von der Verarbeitung und der Begleitsubstanz-Matrix. Greenic Natural Beauty enthält Bambussprossen-Extrakt.
Pflanzliches Silizium aus Ackerschachtelhalm: Traditionelle Heilpflanze mit hohem Silizium-Anteil. Resorptionsrate etwa 20 bis 40 Prozent. In Tees ist die Resorption durch Extraktion in heißem Wasser verbessert.
Anorganische Kieselerde aus Diatomeen oder Quarzgestein: Klassische Drogerie-Form. Resorptionsrate sehr niedrig, etwa 1 bis 4 Prozent, weil das anorganische SiO2 vom Körper nur in geringen Mengen in resorbierbare Orthokieselsäure umgewandelt werden kann.

Diese Bioverfügbarkeits-Hierarchie ist die wichtigste praktische Information bei der Produkt-Auswahl. Eine 500-Milligramm-Tagesportion Kieselerde aus Diatomeen liefert nur etwa 5 bis 20 Milligramm tatsächlich resorbiertes Silizium. Eine 50-Milligramm-Tagesportion Orthokieselsäure liefert 25 bis 35 Milligramm resorbiertes Silizium. Die deklarierte Menge auf dem Produkt ist nicht identisch mit der tatsächlich verwerteten Menge.

Silizium und Kollagen-Bildung

Eine häufige Marketing-Aussage ist die Verknüpfung von Silizium mit der Kollagen-Bildung. Die biochemische Grundlage ist plausibel: Silizium ist an der Quervernetzung von Kollagen-Fibrillen beteiligt. Eine eindeutige klinische Wirkung beim Menschen auf Hautbild oder Faltentiefe ist aus der aktuellen Studienlage aber nicht ableitbar. Wichtig: Die körpereigene Kollagen-Bildung benötigt mehrere Cofaktoren. Vitamin C ist mit einem zugelassenen Health Claim verbunden (Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut und der Knochen bei). Silizium und Kupfer sind weitere Cofaktoren ohne zugelassene Claims. Greenic Natural Beauty kombiniert Bambussprossen-Silizium mit Vitamin C aus Acerolakirsche, was die kombinierten Cofaktoren für die Kollagen-bezogene Ernährungs-Säule abdeckt.

Sicherheit bei oraler Aufnahme

Oral aufgenommene Kieselsäure und pflanzliches Silizium sind in den üblichen Lebensmittel- und Nahrungsergänzungs-Mengen sehr sicher. EFSA hat keinen tolerierbaren oberen Aufnahmewert (UL) für Silizium festgelegt, weil keine relevanten Nebenwirkungen bei oraler Aufnahme dokumentiert sind. Überschüssiges Silizium wird über die Nieren ausgeschieden. Eine relevante Toxizität bei oraler Aufnahme ist bei gesunden Erwachsenen nicht zu erwarten.

Inhalierte Kieselsäure dagegen ist beruflich gesundheitsrelevant. Beruflich exponierte Personen (Bergbau, Steinmetz, Sandstrahlen, bestimmte Glas- und Keramik-Industrien) können bei langjähriger Einatmung von kristallinem Quarzstaub eine Silikose entwickeln, eine fibrotische Lungenerkrankung. Diese Erkrankung ist beruflich anerkannt und hat nichts mit oraler Aufnahme von Kieselsäure aus Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungen zu tun.

Bei diagnostizierten Nierenerkrankungen mit reduzierter Nierenfunktion ist eine ärztliche Abstimmung vor höheren Silizium-Dosen sinnvoll, weil die Ausscheidung beeinträchtigt sein kann.

Was Studien beim Menschen zeigen

Klinische Studien zu Silizium-Wirkungen am Menschen sind in der Anzahl begrenzt und methodisch heterogen. Einige wichtige Studien.

Barel und Kollegen (2005): Doppelblinde Studie mit 50 Frauen, 10 mg Cholin-stabilisierte Orthokieselsäure pro Tag über 20 Wochen, Verbesserung der Hautrauheit-Parameter im Vergleich zu Placebo.
Wickett und Kollegen (2007): Studie mit 48 Frauen, 10 mg Cholin-stabilisierte Orthokieselsäure pro Tag über 9 Monate, Verbesserung der Brüchigkeit von Haaren und Nägeln im Vergleich zu Placebo.
Lassus (1993): Studie mit Kieselsäure-Gel bei 50 Frauen, dokumentierte Verbesserung von Hautrauheit und Nägel-Brüchigkeit.
Jugdaohsingh und Kollegen (2007): Querschnittsanalyse der Framingham Offspring Study mit über 2.800 Probanden, Korrelation zwischen Silizium-Aufnahme und Knochen-Dichte.
Macdonald und Kollegen (2012): Aberdeen Prospective Osteoporosis Screening Study, Korrelation zwischen Silizium-Aufnahme und kortikaler Knochen-Dichte.

Wichtige Einordnung: Diese Studien werden in der Forschung als Hinweis auf strukturelle Funktionen von Silizium gewertet, sind aber methodisch nicht ausreichend, um EFSA-Health-Claims zu rechtfertigen. Die Wirkungen sind oft moderat, die Effektstärken klein und nicht in allen Studien reproduziert.

Wirkungseintritt bei Silizium-Supplementierung


Falls eine Silizium-Supplementierung als ernährungs-ergänzende Säule angewendet wird, sind die zeitlichen Horizonte realistisch einzuschätzen. Haut erneuert sich vollständig in etwa 28 Tagen, Haare wachsen etwa 1 cm pro Monat, Fingernägel etwa 3 mm pro Monat, Fußnägel etwa 1,5 mm pro Monat. Strukturelle Veränderungen werden frühestens nach 8 bis 12 Wochen sichtbar, bei Nägeln und Haaren oft erst nach 3 bis 6 Monaten kontinuierlicher Versorgung. Eine sporadische Anwendung deckt einzelne Mahlzeiten ab, hat aber keine kumulativen strukturellen Effekte.

Anwendung

Die Versorgung mit Silizium erfolgt über zwei Säulen: eine silizium-bewusste Ernährung mit Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Wurzelgemüse und silizium-reichem Mineralwasser sowie gegebenenfalls eine ergänzende pflanzliche Silizium-Quelle wie Bambussprossen-Extrakt oder Ackerschachtelhalm.

Tagesmenge im praktischen Alltag

In Westeuropa liegt die durchschnittliche tägliche Silizium-Aufnahme bei 20 bis 50 Milligramm. Die in epidemiologischen Studien mit besseren Knochen-Dichtewerten korrelierende Aufnahme liegt bei etwa 30 bis 50 Milligramm pro Tag. Eine bewusste vollkornorientierte Ernährung erreicht diese Aufnahme gut, eine raffinierte westliche Ernährung mit viel Weißmehl und wenig Hülsenfrüchten oft nicht.

Folgende Lebensmittel-Mengen liefern Silizium, einzeln gerechnet ohne Verluste durch Verarbeitung.

50 g Haferflocken: etwa 3 bis 5 mg Silizium.
100 g gekochte Linsen: etwa 2 bis 4 mg.
150 g Kartoffeln (mit Schale): etwa 5 bis 8 mg.
100 g Bambussprossen frisch: etwa 5 bis 50 mg (variabel je nach Sorte und Reifegrad).
1 Liter silizium-reiches Mineralwasser: 20 bis 50 mg (Quelle abhängig).
1 Tasse Brennnessel-Tee: etwa 3 bis 8 mg.
1 Tasse Ackerschachtelhalm-Tee: etwa 5 bis 15 mg.
1 Portion Greenic Natural Beauty (5 g): 53 mg Silizium aus Bambussprossen-Extrakt.

Eine ausgewogene Tagesmischung mit Haferflocken im Frühstück, einer Portion Hülsenfrüchten oder Vollkornprodukten am Mittag und einem Liter silizium-reichem Mineralwasser erreicht die diskutierte optimale Aufnahme von 30 bis 50 Milligramm pro Tag gut. Eine ergänzende pflanzliche Silizium-Quelle wie Bambussprossen-Extrakt in Natural Beauty addiert dazu.

Silizium-reiche Ernährung im Alltag

Eine silizium-bewusste Ernährung kombiniert mehrere Säulen.

Vollkornprodukte: Hafer, Gerste, Hirse, Vollkornbrot, Vollkornnudeln. Silizium sitzt vor allem in den äußeren Schichten der Getreidekörner, raffinierte Weißmehl-Produkte enthalten deutlich weniger.
Wurzelgemüse mit Schale: Kartoffeln, Pastinaken, Topinambur, Rote Bete. Die Schale enthält mehr Silizium als das Innere.
Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Erbsen, regelmäßig integriert.
Silizium-reiches Mineralwasser: Quellen mit über 20 mg Silizium pro Liter. Bekannte Beispiele sind bestimmte Quellen aus Schwarzwald und Vulkanregionen.
Brennnessel und Ackerschachtelhalm als Tee oder in der frischen Küche: Hohe Silizium-Anteile, traditionell genutzt.
Bambussprossen: Frisch, eingelegt oder als Bio-Extrakt-Pulver in einer Mischung wie Natural Beauty.
Hafer im Speiseplan: Hafer hat einen besonders hohen Silizium-Gehalt. Tägliches Porridge mit Haferflocken liefert eine relevante Silizium-Basis.

Mit Bio-Pulver-Ergänzungen

Greenic Natural Beauty kombiniert pflanzliches Silizium aus Bambussprossen-Extrakt mit Vitamin C aus Acerolakirsche und Jod aus Kelp-Extrakt sowie weiteren Bio-Komponenten (Gerstengras, Lucuma, Granatapfel, Reisprotein) in einer 5-Gramm-Tagesportion. Die Zusammensetzung ist auf die Cofaktor-Kombination für die ernährungs-bezogene Beauty-Routine ausgerichtet. Eine Tagesportion liefert 53 mg Silizium aus Bambussprossen-Extrakt, was bei einer Resorptionsrate von 30 bis 50 Prozent etwa 16 bis 27 mg tatsächlich resorbiertes Silizium bedeutet, plus 40 mg Vitamin C (50 Prozent der Referenzmenge) und 75 µg Jod (50 Prozent der Referenzmenge).

Anwendung in der Praxis

Pflanzliches Silizium aus Bambus oder Ackerschachtelhalm wird in der Regel in Wasser, Saft oder Smoothie eingerührt oder als Tee zubereitet.

In Smoothies: Eine Tagesportion Natural Beauty (5 g) in einen Smoothie mit Beeren, Banane oder Apfel. Die Vitamin-C-Komponente unterstützt die Geschmacks-Balance.
In Bowls und Joghurt: Eingerührt in Frühstücks-Bowls, griechischen Joghurt oder Quark.
In Wasser oder Saft: Schlicht eingerührt in ein Glas Wasser, kalten Tee oder frisch gepressten Fruchtsaft.
Als Tee aus Ackerschachtelhalm oder Brennnessel: Klassische Form, mit 5 bis 10 Minuten Ziehzeit für die Silizium-Extraktion.

Cofaktoren für die Kollagen-Bildung

Wenn Silizium in einer ernährungs-bezogenen Routine für Bindegewebe und Strukturen verwendet wird, sind die Cofaktoren wichtig. Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut und Knochen bei (zugelassener Health Claim). Vitamin C in Form von Hagebutten-Pulver, Acerola oder Sanddorn ist eine pflanzliche Säule. Kupfer und Mangan sind weitere Cofaktoren für die Kollagen-Quervernetzung. Aminosäuren wie Glycin und Prolin sind Kollagen-Bausteine, die der Körper aus Protein-Aufnahme syntheisiert. Greenic Natural Beauty kombiniert Silizium und Vitamin C in einer Mischung, was die ernährungsphysiologischen Cofaktoren in einer Bio-Pulver-Säule abdeckt.

Wirkungseintritt und Anwendungsdauer

Silizium wirkt nicht akut. Strukturelle Veränderungen in Bindegewebe, Haut, Haar und Nagel benötigen Zeit, weil die biologischen Regenerations-Zyklen langsam sind. Erste sichtbare Veränderungen sind frühestens nach 8 bis 12 Wochen kontinuierlicher Anwendung zu erwarten, deutlichere Effekte oft erst nach 3 bis 6 Monaten. Eine kontinuierliche tägliche Anwendung über mindestens drei Monate ist sinnvoll, um die strukturellen Funktionen zu unterstützen. Eine sporadische Einnahme deckt einzelne Mahlzeiten ab, hat aber keine kumulativen Effekte.

Wichtige Sicherheitshinweise

Oral aufgenommene Kieselsäure und pflanzliches Silizium sind in den üblichen Lebensmittel- und Nahrungsergänzungs-Mengen sehr gut verträglich. EFSA hat keinen tolerierbaren oberen Aufnahmewert für Silizium aus Lebensmitteln festgelegt. Einige Punkte sind dennoch zu beachten.

Nierenerkrankungen: Bei diagnostizierten Nierenerkrankungen mit reduzierter Nierenfunktion ist eine ärztliche Abstimmung vor höheren Silizium-Dosen sinnvoll, weil die Ausscheidung beeinträchtigt sein kann.
Inhalation von Quarzstaub: Dies ist beruflich relevant und betrifft nicht die orale Aufnahme. Beim Hantieren mit pulverigem Bambus- oder Ackerschachtelhalm-Extrakt kann die direkte Inhalation des Pulvers durch Aufwirbeln vermieden werden. Eine sachgerechte Verwendung im Smoothie oder Wasser ist unbedenklich.
Schwangerschaft und Stillzeit: Pflanzliches Silizium aus Lebensmitteln und Bambus-Extrakt in moderaten Mengen ist in der Regel verträglich. Bei höheren Dosen ist eine ärztliche Abstimmung sinnvoll.
Wechselwirkungen mit Medikamenten: Es sind keine relevanten Wechselwirkungen mit gängigen Medikamenten bekannt. Bei bestimmten Antibiotika (Tetracycline, Fluorchinolone) und Mineralstoff-Präparaten kann eine zeitversetzte Einnahme von 1 bis 2 Stunden Abstand sinnvoll sein.
Kinder: Bei Kindern ist eine bewusste Silizium-Supplementierung nicht etabliert. Eine silizium-reiche Lebensmittel-Auswahl ist eine angemessene Säule.

Worauf bei der Auswahl achten?

Bei Silizium- und Kieselsäure-Produkten gibt es im Markt deutliche Qualitäts-Unterschiede, vor allem in der Bioverfügbarkeit. Sechs Kriterien helfen bei der Auswahl.

Bioverfügbarkeit als wichtigstes Auswahl-Kriterium

Die deklarierte Silizium-Menge auf dem Produkt ist nicht identisch mit der tatsächlich resorbierten Menge. Die Resorption variiert erheblich nach Verbindungsform. Orthokieselsäure und Cholin-stabilisierte Orthokieselsäure haben die höchsten Resorptionsraten von 50 bis 75 Prozent. Pflanzliches Silizium aus Bambussprossen-Extrakt liegt bei 30 bis 50 Prozent, aus Ackerschachtelhalm bei 20 bis 40 Prozent. Anorganische Kieselerde aus Diatomeen oder Quarzgestein hat nur 1 bis 4 Prozent Bioverfügbarkeit. Eine 500-Milligramm-Tagesportion Kieselerde aus Diatomeen liefert deshalb nur etwa 5 bis 20 Milligramm tatsächlich resorbiertes Silizium, eine 50-Milligramm-Tagesportion Orthokieselsäure dagegen 25 bis 35 Milligramm. Die Form ist entscheidender als die deklarierte Menge.

Pflanzliche oder anorganische Quelle

Pflanzliches Silizium aus Bambussprossen oder Ackerschachtelhalm liegt in einer natürlichen Pflanzenmatrix vor, oft kombiniert mit sekundären Pflanzenstoffen, Mineralstoffen und Antioxidantien. Anorganische Kieselerde aus Diatomeen oder Quarzgestein ist ein isoliertes mineralisches Pulver ohne weitere Begleitsubstanzen. Für eine bio-orientierte Ernährungs-Routine sind pflanzliche Quellen die konsequente Wahl. Bei beiden Formen ist die Bioverfügbarkeit der wichtigere Faktor als die rein deklarierte Silizium-Menge.

Bio-Qualität bei pflanzlichen Quellen

Bei pflanzlichem Silizium aus Bambussprossen oder Ackerschachtelhalm ist Bio-Qualität ein Sicherheitsmerkmal. Konventioneller Anbau und Wildsammlung ohne Schadstoff-Kontrolle können mit Pestiziden, Schwermetallen oder Umweltverunreinigungen belastet sein. Ackerschachtelhalm aus Wildsammlung in der Nähe von Industriegebieten oder Verkehrsadern kann erhöhte Schwermetallwerte aufweisen. Bio-zertifizierte Bambussprossen-Extrakte und Ackerschachtelhalm aus kontrolliertem Anbau oder Wildsammlung sind die sicherere Wahl.

Vitamin C als Cofaktor

Die körpereigene Kollagen-Bildung benötigt mehrere Cofaktoren. Vitamin C ist mit einem zugelassenen Health Claim für die Kollagenbildung verbunden. Silizium und Kupfer sind weitere Cofaktoren ohne zugelassene Claims. Produkte, die Silizium isoliert ohne Vitamin C anbieten, lassen einen wichtigen Cofaktor weg. Produkte mit Silizium plus Vitamin C in einer Mischung adressieren die Cofaktor-Kombination konsequenter. Greenic Natural Beauty kombiniert Bambussprossen-Silizium mit Acerola-Vitamin C, was die kombinierten Cofaktoren in einer Bio-Pulver-Säule abdeckt.

Reinheit ohne Zusatzstoffe

Hochwertige Silizium-Produkte bestehen aus pflanzlichen Bio-Extrakten oder Orthokieselsäure-Lösungen ohne Aromen, Süßungsmittel, Trennmittel oder Maltodextrin. Im Markt gibt es Mischpräparate mit zugesetzter Kieselerde plus künstlichen Aromen, die das natürliche Profil verändern. Bei Tabletten und Presslingen sollten enthaltene Hilfsstoffe transparent deklariert und auf ein Minimum reduziert sein.

Mengentransparenz

Hochwertige Produkte deklarieren die Silizium-Menge transparent pro Portion. Bei intransparenten Anbietern ohne klare Mengen-Angabe bleibt die effektive Silizium-Menge unklar. Bei Produkten mit Cholin-stabilisierter Orthokieselsäure (BioSil) ist die deklarierte Menge oft niedriger (5 bis 15 mg pro Portion), entspricht aber bei der hohen Bioverfügbarkeit einer effektiv vergleichbaren Menge wie höher dosierte pflanzliche Extrakte.

Pulver oder Kapseln

Silizium-Pulver erlaubt flexible Dosierung in Smoothies und Wasser und ist günstiger pro Gramm. Kapseln und Tabletten sind bequemer unterwegs, enthalten aber Bindemittel und Trennmittel. Für eine alltägliche Ernährungs-Routine ist Pulver pragmatischer, vor allem wenn es sich gut in Drinks und Bowls integriert.

Greenic Natural Beauty im Vergleich

Silizium-Quelle: Bambussprossen-Extrakt (Bambusa-Pflanze), 53 mg Silizium pro 5-Gramm-Tagesportion.
Vitamin-C-Cofaktor: Acerolakirsche, 40 mg Vitamin C pro Portion (50 Prozent der Referenzmenge).
Jod-Komponente: Kelp-Extrakt PureSea®, 75 µg Jod pro Portion (50 Prozent der Referenzmenge).
Weitere Bio-Komponenten: Gerstengras (30 Prozent), Lucuma, Reisprotein, Granatapfel.
Bio-Qualität: Alle Komponenten aus kontrolliert biologischem Anbau, EU-Bio-zertifiziert.
Reinheit: Keine Aromen, Süßungsmittel, Trennmittel oder Füllstoffe.
Positionierung: Pflanzlicher Vitalstoff-Komplex für die Beauty-Routine mit Silizium, Vitamin C und Jod als zentralen Mineralstoffen.

Wer pflanzliches Silizium aus Bambussprossen mit Vitamin-C-Cofaktor in einer Mehrkomponenten-Bio-Mischung sucht, ist mit Natural Beauty gut beraten. Wer hochbioverfügbares Silizium in isolierter Form sucht, findet diese in Form von Cholin-stabilisierter Orthokieselsäure (BioSil-Patente) bei spezialisierten Anbietern.

Was nicht überzeugt

Anorganische Kieselerde aus Diatomeen oder Quarzgestein mit hohen deklarierten Silizium-Mengen aber niedriger Bioverfügbarkeit, Silizium-Produkte ohne Cofaktor-Kombination mit Vitamin C, Mischpräparate mit Aromen, Süßungsmitteln oder Maltodextrin, intransparente proprietary blends ohne klare Silizium-Menge, Produkte ohne Bio-Zertifizierung im pflanzlichen Segment und Werbeversprechen mit nicht-EFSA-konformen Aussagen wie Silizium für stärkere Nägel oder Kieselsäure gegen Haarausfall erfüllen den Anspruch einer hochwertigen Silizium-Versorgung nicht.

Greenic-Produkte mit Kieselsäure

Häufige Fragen zu Kieselsäure

Was ist Kieselsäure und was ist der Unterschied zu Silizium?
Im Sprachgebrauch werden die Begriffe Kieselsäure, Silizium und Kieselerde oft synonym verwendet, sie bezeichnen aber chemisch unterschiedliche Stoffe. Silizium (Symbol Si, Ordnungszahl 14) ist das chemische Element, das nach Sauerstoff das zweithäufigste Element der Erdkruste ist. In reiner elementarer Form kommt Silizium in der Natur nicht vor und ist auch für den menschlichen Körper nicht direkt verwertbar. Kieselsäure ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe chemischer Verbindungen aus Silizium, Sauerstoff und Wasserstoff. Die für den Körper relevante Form ist die Orthokieselsäure mit der Summenformel Si(OH)4, die in gelöster Form in Mineralwasser, in pflanzlichen Lebensmitteln und in einigen Nahrungsergänzungen vorkommt. Kieselerde ist anorganisches Pulver aus den Skeletten urzeitlicher Kieselalgen (Diatomeen) oder aus gemahlenem Quarzgestein und besteht überwiegend aus Siliziumdioxid (SiO2). Die Bioverfügbarkeit ist sehr unterschiedlich: Orthokieselsäure hat eine Resorptionsrate von 50 bis 70 Prozent, pflanzliches Silizium aus Bambussprossen 30 bis 50 Prozent, Ackerschachtelhalm 20 bis 40 Prozent, anorganische Kieselerde nur 1 bis 4 Prozent. Im menschlichen Körper findet sich Silizium konzentriert in Bindegewebe, Knochen, Haut, Haar und Nägeln, wo es an Kollagen-Quervernetzung und Glykosaminoglykan-Strukturen beteiligt ist. Für Silizium gibt es in der EU keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Aussagen, weil die klinische Studienlage am Menschen für eine kausale Wirkungs-Aussage nicht ausreicht. Die strukturellen Funktionen sind biochemisch gut dokumentiert. Greenic Natural Beauty enthält pflanzliches Silizium aus Bambussprossen-Extrakt mit 53 mg pro 5-Gramm-Tagesportion.
Was bewirkt Kieselsäure im Körper?
Silizium aus Kieselsäure hat in der menschlichen Biochemie keine bekannte enzymatische Funktion, sondern vor allem strukturelle Aufgaben. Die wichtigsten dokumentierten Funktionen umfassen die Kollagen-Quervernetzung im Bindegewebe, also die Bildung der Brücken zwischen Kollagen-Fibrillen, die dem Bindegewebe seine mechanische Stabilität geben. Silizium ist außerdem Bestandteil bestimmter Glykosaminoglykane wie Heparansulfat, Chondroitinsulfat und Hyaluronsäure, die in Bindegewebe, Knorpel, Haut und Glaskörper des Auges vorkommen. In der frühen Knochenbildungs-Phase ist Silizium an der Mineralisierungs-Matrix beteiligt, wie Studien von Carlisle (1972, 1981) bei Mäusen gezeigt haben. Silizium findet sich nachweisbar in der Aorta-Wand, im Haar-Keratin und in der Nagelmatrix, was mit zunehmendem Alter messbar abnimmt. Wichtige Einordnung: Diese strukturellen Funktionen sind in der Biochemie dokumentiert, aber für eine zugelassene gesundheitsbezogene Aussage reicht die Studienlage am Menschen aktuell nicht aus. Die European Food Safety Authority (EFSA) hat in mehreren Bewertungsverfahren die eingereichten Health-Claim-Anträge für Silizium abgelehnt, weil die kausale Verbindung zwischen Silizium-Aufnahme und einer spezifischen gesundheitsbezogenen Wirkung beim Menschen nicht ausreichend belegt war. Werbeaussagen wie Silizium für stärkere Nägel, Kieselsäure für volleres Haar oder Silizium gegen Bindegewebsschwäche sind nicht EFSA-konform. Eine silizium-bewusste Ernährung mit Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Wurzelgemüse, silizium-reichem Mineralwasser und gegebenenfalls pflanzlicher Bambussprossen- oder Ackerschachtelhalm-Ergänzung kann eine Säule für die strukturellen Funktionen des Bindegewebes sein, ohne als therapeutische Wirkung positioniert zu werden.
Was ist besser: Kieselerde oder pflanzliche Kieselsäure aus Bambus?
Die wichtigste praktische Frage bei der Auswahl ist die Bioverfügbarkeit, also wie viel des aufgenommenen Siliziums tatsächlich vom Körper resorbiert wird. Hier gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Produkt-Formen. Anorganische Kieselerde aus Diatomeen oder Quarzgestein ist die klassische Drogerie-Form und besteht überwiegend aus Siliziumdioxid (SiO2). Die Bioverfügbarkeit ist niedrig, etwa 1 bis 4 Prozent, weil das anorganische SiO2 vom Körper nur in geringen Mengen in resorbierbare Orthokieselsäure umgewandelt werden kann. Eine 500-Milligramm-Tagesportion Kieselerde liefert deshalb nur etwa 5 bis 20 Milligramm tatsächlich resorbiertes Silizium. Pflanzliches Silizium aus Bambussprossen-Extrakt ist eine deutlich bessere Wahl, weil das Silizium in einer organischen Pflanzenmatrix gebunden vorliegt. Die Resorptionsrate liegt bei 30 bis 50 Prozent. Eine 50-Milligramm-Tagesportion Bambussprossen-Silizium liefert etwa 15 bis 25 Milligramm tatsächlich resorbiertes Silizium, also ähnlich viel wie 500 Milligramm Kieselerde, bei einem Zehntel der Menge. Pflanzliches Silizium aus Ackerschachtelhalm hat eine ähnliche Bioverfügbarkeit (20 bis 40 Prozent) und ist eine traditionelle Heilpflanze. Die höchste Bioverfügbarkeit haben Orthokieselsäure-Lösungen (50 bis 70 Prozent) und die patentierte Cholin-stabilisierte Orthokieselsäure (ch-OSA, BioSil) mit bis zu 75 Prozent. Eine 5-mg-BioSil-Portion liefert deshalb etwa so viel resorbiertes Silizium wie eine 100-mg-Portion pflanzlichen Bambus-Siliziums. Die Form ist entscheidender als die deklarierte Menge. Für eine bio-orientierte pflanzliche Ernährungs-Routine ist pflanzliches Silizium aus Bambussprossen oder Ackerschachtelhalm die konsequente Wahl gegenüber anorganischer Kieselerde. Greenic Natural Beauty enthält pflanzliches Silizium aus Bambussprossen-Extrakt mit 53 mg pro Tagesportion.
Welche Lebensmittel enthalten viel Kieselsäure?
Silizium ist in zahlreichen pflanzlichen Lebensmitteln in unterschiedlichen Konzentrationen enthalten. Die wichtigsten natürlichen Quellen sind Getreide, vor allem Hafer (etwa 5 bis 10 mg pro 100 g) und Hirse (etwa 5 bis 8 mg), gefolgt von Gerste, Weizen und Roggen. Silizium sitzt vor allem in den äußeren Schichten der Getreidekörner, weshalb Vollkornprodukte deutlich mehr Silizium enthalten als raffinierte Weißmehl-Produkte. Wurzelgemüse mit Schale sind eine weitere wichtige Quelle, vor allem Kartoffeln (etwa 3 bis 5 mg pro 100 g), Pastinaken, Topinambur und Rote Bete. Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen und Bohnen liefern moderate Mengen. Bambussprossen sind eine der dichtesten pflanzlichen Silizium-Quellen mit bis zu 500 Milligramm Silizium pro 100 g Trockenmasse. Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) ist eine traditionelle Heilpflanze mit besonders hohem Silizium-Gehalt bis 7 Prozent der Trockenmasse, oft als Tee zubereitet. Brennnessel und Petersilie enthalten ebenfalls relevante Mengen. Bei Mineralwasser variiert der Silizium-Gehalt stark nach Quelle. Manche deutsche Mineralwässer enthalten 10 bis 50 mg Silizium pro Liter, andere unter 5 mg. Mineralwässer aus vulkanischem Gestein haben oft höhere Werte. Eine etwas überraschende, aber wissenschaftlich dokumentierte Quelle ist Bier (durch das Hafer- und Gerstenmalz), die in den Framingham-Daten als Korrelation zu höheren Silizium-Aufnahmen identifiziert wurde. In Westeuropa liegt die durchschnittliche tägliche Silizium-Aufnahme bei 20 bis 50 Milligramm, in Asien deutlich höher bei 80 bis 150 Milligramm wegen des höheren Reis-Anteils und der traditionellen Bambus-Verwendung. Eine bewusst gemüselastige, vollkornorientierte Ernährung mit Hafer, Hülsenfrüchten, Wurzelgemüse und silizium-reichem Mineralwasser erreicht die in Studien diskutierte optimale Aufnahme von 30 bis 50 Milligramm pro Tag gut.
Ist Kieselsäure gefährlich oder hat Nebenwirkungen?
Die Frage zur Sicherheit von Kieselsäure erfordert eine klare Differenzierung zwischen oraler Aufnahme und Inhalation. Oral aufgenommene Kieselsäure und pflanzliches Silizium aus Lebensmitteln und Nahrungsergänzungen sind in den üblichen Mengen sehr sicher und gut verträglich. Die European Food Safety Authority (EFSA) hat keinen tolerierbaren oberen Aufnahmewert (UL, Tolerable Upper Intake Level) für Silizium festgelegt, weil keine relevanten Nebenwirkungen bei oraler Aufnahme aus üblichen Lebensmittel- und Nahrungsergänzungs-Mengen dokumentiert sind. Überschüssiges Silizium wird über die Nieren ausgeschieden. Eine relevante Toxizität bei oraler Aufnahme ist bei gesunden Erwachsenen nicht zu erwarten. Inhalierte Kieselsäure dagegen ist beruflich gesundheitsrelevant. Beruflich exponierte Personen wie Bergarbeiter, Steinmetze, Sandstrahler und bestimmte Glas- und Keramik-Industriearbeiter können bei langjähriger Einatmung von kristallinem Quarzstaub eine Silikose entwickeln, eine fibrotische Lungenerkrankung. Diese Erkrankung ist beruflich anerkannt und betrifft nicht die orale Aufnahme von Kieselsäure aus Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungen. Bei der Verwendung von pulverigem Bambus- oder Ackerschachtelhalm-Extrakt sollte das direkte Einatmen des Pulvers durch Aufwirbeln vermieden werden. Eine sachgerechte Verwendung im Smoothie, Wasser oder Joghurt ist unbedenklich. Bei diagnostizierten Nierenerkrankungen mit reduzierter Nierenfunktion ist eine ärztliche Abstimmung vor höheren Silizium-Dosen sinnvoll, weil die Ausscheidung beeinträchtigt sein kann. In der Schwangerschaft und Stillzeit ist pflanzliches Silizium aus Lebensmitteln und in moderaten Bio-Pulver-Mengen verträglich, eine ärztliche Abstimmung vor höheren Dosen ist aber sinnvoll. Es sind keine relevanten Wechselwirkungen mit gängigen Medikamenten bekannt, bei bestimmten Antibiotika und Mineralstoff-Präparaten kann eine zeitversetzte Einnahme von 1 bis 2 Stunden Abstand sinnvoll sein.

Verwandte Begriffe

Quellen

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